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Aufrechter Gang: Nicht der Kinder wegen

Der Mensch wurde nicht für seine Kinder zum Zweibeiner – das zumindest glauben Forscher, nachdem sie Frauen aufs Laufband geschickt haben.

Viele Anthropologen gehen nämlich davon aus, dass der Mensch den aufrechten Gang entwickelte, weil er vor rund sechs Millionen Jahren begann, seinen Nachwuchs auf den Armen zu tragen. Der Grund: Unsere Vorfahren hatten ihr dichtes Haarkleid verloren, in dem sich die Kleinen nach Affenart festklammern konnten.

Um die These zu prüfen, lud Johanna Watson von der University of Manchester ihren Probandinnen zehn Kilogramm schwere Gewichte auf und maß beim Laufen ihren Sauerstoffverbrauch. Dabei zeigte sich, dass es Frauen mit einer Bleiweste, die das Gewicht gleichmäßig am Körper verteilte, am leichtesten hatten. Hielten sie ihr „Baby“ aber im Arm und stützten es auf der Hüfte ab, war die Anstrengung am größten.

Somit ist das Tragen von Kindern, da sind sich Watson und ihre Kollegen sicher, viel zu energieaufwendig, als dass es im Zuge der Evolution der Grund für den aufrechten Gang sein konnte.

Neben der Theorie, dass der Mensch so seinen Nachwuchs besser tragen konnte, gibt es weitere. Zu den populärsten gehört, dass ein Klimawandel dafür verantwortlich war. Demnach wurde es in Afrika vor rund sechs Millionen Jahren deutlich trockener, sodass die dichten Regenwälder einer weiten Savannenlandschaft wichen. Und darin habe ein aufrecht gehender Mensch seine Feinde viel früher gesehen.

Geeske Pfeiffer

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