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Genetik: Nicht kodierende DNA wichtig für Evolution

Die Bereiche des Genoms, die nicht für Proteine kodieren – kurz Junk-DNA genannt – spielt in der Evolution eine bisher unterschätzte Rolle, vermutet ein amerikanischer Biologe. Sie seien damit kein "Schrott", wie der Name suggeriert.

Genetiker hatten lange gerätselt, wozu die Junk-DNA, die den weitaus größten Teil des Erbguts darstellt, dient. Vermutet werden vor allem Aufgaben bei der Regulation der Genaktivität.

Drosophila melanogaster | Die Taufliege Drosophila melanogaster: Etwa achtzig Prozent ihres Erbguts besteht aus genfreier Junk-DNA.
Peter Andolfatto von der Universität von Kalifornien in San Diego hat sich nun den DNA-Schrott der Taufliege Drosophila melanogaster vorgenommen. Etwa achtzig Prozent des Fliegengenoms enthalten keine für Proteine kodierende Gene. Wie der Forscher herausfand, veränderten sich diese genfreien Abschnitte im Laufe der Evolution deutlich langsamer als die echten Gene. Diese hohe Stabilität deute darauf hin, dass diese Bereiche für den Organismus lebenswichtig sind.

Andererseits entdeckte Andolfatto beim Vergleich verschiedener Drosophila-Arten besonders große Unterschiede in der Junk-DNA, während sich die Gene der einzelnen Spezies stärker ähnelten. Der Biologe vermutet daher, dass die genfreien Abschnitte bei der Anpassung an veränderte Umweltbedingungen eine entscheidende Rolle spielen.

Bisher hätten sich Evolutionsbiologen fast nur für die Veränderung von Genen interessiert, meint Andolfatto. Die Rolle der Junk-DNA für die Evolution sei dabei unterschätzt worden.

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