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Kommunikation: Nicht soziale Insekten pflegen Nachwuchs nach Geruchssignalen

Auch Insekten, die nicht in hoch entwickelten Sozialverbänden leben, kommunizieren bei der Brutpflege über Duftstoffe. Dies berichten Forscher um Mathias Kölliker von der Universität Basel nach ihren Studien an Erdwanzen.

Die Wissenschaftler hatten Duftstoffproben von verschiedenen Gruppen junger Sehirus-cinctus-Nymphen gesammelt und dann Erdwanzenmüttern in Verhaltenstests präsentiert. Wie sich zeigte, reagierten die mütterlichen Erdwanzen unterschiedlich auf den Duft von gut beziehungsweise mangelhaft genährtem Nachwuchs. Die Pheromone hungriger Nymphen spornten Weibchen dazu an, deutlich mehr nahrhafte Futtersekrete für die Ernährung von Jungtieren zur Verfügung zu stellen. Die am oder im Boden lebenden Erdwanzen sind bekannt dafür, dass weibliche Tiere frisch geschlüpfte Junglarven noch mehr als eine Woche lang mit Sekreten ernähren.

Das von hungernden Nymphen abgegebene Pheromongemisch setzt sich aus acht Komponenten zusammen, enthüllten Analysen. Nur ihre natürliche Mischung, nicht aber eine Einzelne der Substanzen löste das typische Brutpflegeverhalten der Erdwanzen aus.

Auch vergleichsweise wenig hoch entwickelte Insektengruppen beherrschen demnach schon eine einfache Form der chemischen Kommunikation, schließen die Wissenschaftler. Soziale, staatenbildende Insekten wie Hautflügler haben möglicherweise Pheromon-Kommunikationssysteme weiterentwickelt, die ursprünglich zur innerfamiliären Verständigung gedient haben könnten, spekulieren Kölliker und Kollegen.

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