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Suchtmittel: Nikotingehalt von Zigaretten steigt stetig

In den USA stieg der Nikotingehalt in Zigaretten seit mehreren Jahren kontinuierlich an, ermittelten Forscher der Harvard School of Public Health. Die Wissenschaftler werteten Daten aus, die das Gesundheitsministerium des US-Bundesstaates Massachusetts seit 1998 sammelt. In einem Abkommen waren Tabakkonzerne damals verpflichtet worden, der Behörde jährliche Angaben über die Inhaltsstoffe ihrer Produkte mitzuteilen.

Schon vor einem halben Jahr war bekannt geworden, dass der Nikotingehalt der analysierten Zigaretten seit 1998 um jährlich durchschnittlich 1,6 Prozent, insgesamt also um 11 Prozent im Beobachtungszeitraum gestiegen war. Die Harvard-Forscher belegten nun zusätzlich, dass die Hersteller auch Änderungen im Zigarettenaufbau vorgenommen haben, die beim Rauchen die durchschnittliche Zahl der Züge und damit die Menge des tatsächlich inhalierten Nikotins fördern.

Zusätzlich analysierten sie die Daten nach Herstellermarken und Zigarettensorten getrennt. Nach dieser Auswertung stieg der Anteil von Nikotin im Rauch bei Produkten aller vier großen Tabakkonzerne und in allen angebotenen Varianten von der Menthol- über die so genannten "Full flavour"- bis zur "Light"- und "Ultralight"-Zigarette. Diese Bezeichnungen sind in der EU verboten, weil sie in der Praxis nicht haltbare Mengenunterschiede der aufgenommenen Nikotinmenge beim Rauchen der Produkte suggerieren. (jo)

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