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Römisches Reich: Notgeld aus Krisenzeiten entdeckt

In einer versiegelten Grube
100 000 römische Münzen auf einen Schlag – diese freudige Entdeckung machten französische Archäologen bei einer Ausgrabung in Burgund. Bei den Geldstücken handelt es sich nicht um übliche kaiserliche Sesterzen, sondern um inoffizielles Notgeld.

Stéphane Alix vom Institut National de Recherches Archéologiques Préventives fand den 38 Kilogramm schweren Münzhaufen in einer versiegelten Grube, mitten in den Überresten eines römischen Handwerkerviertels in Autun. Die Geldstücke aus Bronze wurden offenbar während der Reichskrise von 235 bis 285 angefertigt – und sind von eher minderer Qualität.

In einer versiegelten Grube ... | ... stießen Archäologen auf die riesige Anhäufung von Bronzemünzen.
In jener Zeit wurde der römische Staat von äußeren Bedrohungen, häufigen Machtwechseln und Bürgerkriegen erschüttert. Als Folge der Unruhen konnte die Zentralmacht die Provinzen nicht mehr zuverlässig mit Münzen versorgen. Vielerorts entstand nun Notgeld, um die Wirtschaft in Gang zu halten. Es ist nicht genau bekannt, ob der Staat dieses Vorgehen tolerierte, oder ob lokale Machthaber auf eigene Faust handelten.

284 übernahm Diokletian die Macht und begann mit der Neuordnung des Imperiums. Dabei befahl er auch eine Währungsreform, um das Münzwesen wieder unter Kontrolle zu bekommen. Möglicherweise handelt es sich bei dem Notgeld von Autun somit um eingezogene Münzen, die in den nahe gelegenen Schmieden eingeschmolzen und neu geprägt werden sollten – diesmal mit offiziellem Stempel.

Julian Willuhn

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