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News: Obama will Abwrackprämie für Raumfahrzeuge

Das Modell "Abwrackprämie" macht Schule – und zwar jenseits des großen Teichs, in den USA. Wie jetzt bekannt wurde, traf sich US-Präsident Barack Obama am Rande des NATO-Gipfels in Straßburg mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, um sich über die zu Beginn des Jahres in Deutschland eingeführte Abwrackprämie zu informieren. Hintergrund der informellen Begegnung sei der Gedanke Obamas, ein ähnliches Verfahren zur Unterstützung der notleidenden US-Raumfahrtindustrie und ihrer Zulieferer zu realisieren.

Beobachtern zufolge zeigte sich Obama über die Idee der Abwrackprämie derart begeistert, dass er nun dem US-Kongress empfehlen wolle, entsprechende Gelder bereitzustellen – jedoch nicht für Pkw, sondern für betagte Raumfahrzeuge. Die US-Regierung soll dem Betreiber eines mindestens zehn Jahre alten Raumfahrzeugs eine Prämie zahlen, wenn dieser sein Fluggerät verschrotten lässt und dafür einen neuen Auftrag an eine US-Firma vergibt.

In Raumfahrtkreisen wird bereits heftig spekuliert, ob "Barack’s bonus" das baldige Ende der mehr als zwanzig Jahre alten Spaceshuttles einläuten könnte. In diesem Fall hätte die US-Raumfahrtbehörde NASA einen Großauftrag an die Industrie zu vergeben, der keinen Aufschub duldet, um weiterhin amerikanische Flüge zur Internationalen Raumstation zu gewährleisten.

Einem anderen Szenario zufolge könnte sich die NASA in der Erdumlaufbahn als Schrottsammler betätigen, indem sie ausgediente Satelliten einfängt und hierfür die lukrative Prämie beantragt. Aus NASA-interen Kreisen verlautete, dass entsprechende Pläne ohnehin bereits vorlägen. Ein solches, auf den Transport ausgedienter Satelliten spezialisiertes Spaceshuttle "Scavenger" (Spacecraft and vessel neutralizer, grabber and earth returner) könnte mit der vorgesehenen Prämie zumindest teilfinanziert werden. Scavenger würde auch die Gefahren des immer dichter werdenden Gedrängels von Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen reduzieren. Damit ließen sich Kollisionen zwischen Raumfahrzeugen, wie die im Februar dieses Jahres geschehene, vermeiden. Damals stießen zwei Satelliten zusammen und hinterließen ausgedehnte Trümmerwolken, die nun andere Satelliten gefährden.

Über die zu erwartende Höhe der Prämie wollte sich Obama nicht äußern. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sowohl die Raumfahrtprogramme der NASA als auch die US-Wirtschaft davon profitieren werden. Mit Blick auf die umfassenden Kredite für General Motors und in Anlehnung an den berühmten Ausspruch eines Apollo-Astronauten sagte der Präsident: "Die Prämie ist ein kleiner Schritt für den Finanzminister, aber ein großer Sprung für die Raumfahrtindustrie".

Red.

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