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Artenschutz: Giftimplantate sollen Beuteltiere vor Katzen schützen

Australiens Tierwelt ist stark gefährdet - auch durch verwilderte Katzen und Füchse. Als Schutz könnten Kaninchennasenbeutler bald Giftpillen unter die Haut gespritzt werden.
Kaninchennasenbeutler
Der Kaninchennasenbeutler wird oft von Katzen getötet und gefressen.

Australien hält einen traurigen Rekord: Nirgendwo starben weltweit in moderner Zeit bislang mehr Säugetiere aus als auf dem Fünften Kontinent. Schuld sind neben der Lebensraumzerstörung auch eingeschleppte Arten wie Füchse oder Katzen, die Jagd auf die Beuteltiere machen. Eine Arbeitsgruppe um Kyle Brewer von der University of South Australia in Adelaide stellte in »ACS Polymer Materials« eine neue Möglichkeit vor, seltene Arten vor den Fressfeinden zu schützen: Gefährdeten Arten wie dem Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis) könnten Giftpillen unter die Haut implantiert werden, die sich im Magen des Raubtiers auflösen und dieses so beseitigen.

Dem getöteten Opfer wäre damit dann zwar nicht mehr geholfen, aber weitere Artgenossen würden damit besser geschützt, so die Idee. Bislang versucht man, bedrohte Beuteltiere und andere Spezies mit verschiedenen Maßnahmen zu schützen, etwa indem bestimmte Gebiete eingezäunt und von den verwilderten Katzen sowie Füchsen befreit werden. Vor allem Katzen gelingt es jedoch immer wieder, die Zäune zu überwinden. Gleichzeitig fressen sie im Gegensatz zu den Füchsen nur sehr selten Aas, so dass sie durch ausgelegte Giftköder kaum bekämpft werden können. Auch Selbstschussanlagen wurden schon entwickelt, die Gift auf Katzen sprühen, wenn diese die Falle auslösen. Schon einzelne Katzen können lokale Bestände bedrohter Arten vernichten, wie Studien gezeigt haben.

Die Idee von Brewer und Co setzt hingegen direkt an der Jagdstrategie der Katzen an. Das Team entwickelt daher Giftpillen mit Natriumfluoracetat, auch als Rodentizid 1080 bekannt, deren Schutzhülle sich erst in saurer Umgebung auflöst: dem Magen etwa von Katzen. Und selbst wenn geringe Mengen an 1080 unter der Haut austräten, könnten Tiere wie die Kaninchennasenbeutler damit umgehen. In ihrer Nahrung kommt ein sehr ähnlicher Stoff wie 1080 vor, so dass sie eine gewisse Resistenz dagegen aufweisen. Sogar drei oder vier kaputte Pillen im Körper würden die letale Dosis für die Beuteltiere nicht erreichen.

Ein erster Feldversuch konnte jedoch nicht wie geplant durchgeführt werden, berichtet »The Newdaily«: Der sehr feuchte australische Winter sorgte für viel Nahrung, so dass der Mäusebestand im Untersuchungsgebiet in die Höhe schoss. Die Katzen beachten daher momentan die Beuteltiere nicht und fressen stattdessen die zahlreicheren Mäuse. Nach Ende dieser Phase dürfte die dann wahrscheinlich ebenfalls gewachsene Katzenpopulation sich wieder den Beuteltieren zuwenden, befürchten die Wissenschaftler in der Zeitung.

Sollte die Methode bei den Kaninchennasenbeutlern funktionieren, wollen die Forscher sie auch bei anderen bedrohten Arten einsetzen. Viele australische Tiere sind wegen des Vorhandenseins von 1080 in der Natur immun gegen das Gift.

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