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Artenschutz: Österreichs Braunbären vor dem Aus

Die Braunbären in Österreich stehen das zweite Mal vor dem Aussterben. Ein 19-jähriger Bär und sein achtjähriger Sohn sind die beiden einzigen sicher nachgewiesenen Tiere im österreichischen Teil der nördlichen Kalkalpen.

Gen-Tests, die das Naturhistorische Museum in Wien an Kot – und Haarproben machte, bezeugten nur diese beiden Tiere. WWF-Artenschutzexperte Volker Homes hofft trotzdem, dass sich noch eine Bärin im Gebiet aufhält. Möglicherweise habe das Tier Junge und tauche daher erst im Mai wieder auf. Allerdings sei die Bärin Anfang 2007 das letzte Mal gesehen worden. Schon 2006 konnten bei der jährlichen Untersuchung nur noch sechs Braunbären nachgewiesen werden. Für die beiden Männchen wurde es somit immer schwieriger, noch eine Partnerin zu finden: Sie suchen seit mehr als zwei Jahren erfolglos.

Nachdem Mitarbeiter des WWF Anfang der 1990er Jahre Braunbären erfolgreich wieder angesiedelt hatten, kamen insgesamt 31 Bären in den österreichischen nördlichen Kalkalpen zur Welt. 23 der Tiere, zumeist Jährlinge, verschwanden aber im Laufe der Zeit spurlos, sodass der WWF davon ausgeht, dass sie gestorben sind. Als 2007 ein illegal geschossenes Bärenjunge gefunden wurde, erhärtete sich der Verdacht der Naturschutzorganisation, dass auch andere der Bären illegal getötet wurden.

1999 lebten mit zwölf Tieren die meisten Bären in den nördlichen Kalkalpen. Gleichzeitig verschwanden mit acht Tieren 1999/2000 aber auch die meisten. Dass Tiere aus Slowenien in das Gebiet einwandern, hält Homes für unwahrscheinlich, und im italienischen Trentino sei die Zahl der Bären vermutlich zu niedrig, als das von dort viele Tiere abwandern würden. Anfang 2006 sorgte der aus dem Trentino stammende Braunbär Bruno auch bei uns für Schlagzeilen. (mcw)
01.03.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 01.03.2008

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