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News: Östrogen macht Männer dick

Fettleibigkeit hat viele Gründe, einer davon ist die mangelnde Versorgung mit dem Hormon Östrogen. Mit diesem Problem plagen sich viele Frauen ab den Wechseljahren. Doch es scheint, als ob auch Männer nur mithilfe dieses Hormons eine gute Figur behalten. Gentechnisch veränderte Mäuse männlichen Geschlechts, denen der Östrogen-Rezeptor fehlte, wurden jedenfalls dick und rund.
Fettleibigkeit ist nicht nur Folge falscher Essgewohnheiten und mangelnder Bewegung, offenbar spielt dabei auch das Hormon Östrogen eine wesentliche Rolle. Und zwar bei Frauen genauso wie bei Männern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Patricia Heine vom College of Veterinary Medicine der University of Illinois in Urbana-Champaign zusammen mit ihren Kollegen in den Proceedings of the National Academy of Sciences vom 7. November 2000 vorstellte.

Obwohl das Geschlechtshormon Östrogen in geringen Mengen auch in der Nebennierenrinde des Mannes gebildet wird, glaubte man bisher, dass sich seine Wirkung allein auf den weiblichen Organismus beschränkt. Immerhin verfügt aber auch der männliche Körper über entsprechende Rezeptoren dafür. Um die Bedeutung des Hormons für den Aufbau unterschiedlicher Gewebearten bei Weibchen und Männchen zu untersuchen, züchteten die Forscher gentechnisch veränderte Mäuse, denen die entsprechenden Rezeptoren fehlten. Die Mäuse bekamen während des Experiments die gleiche Nahrung wie die normalen Mäuse der Kontrollgruppe. Erstere legten daraufhin nach einem Jahr um bis zu 170 Prozent mehr Fettgewebe zu als die Mäuse mit intakten Östrogen-Rezeptoren. Hinzu kommt, dass die übergewichtigen Mäuse beiderlei Geschlechts einen um elf Prozent niedrigeren Energieverbrauch aufwiesen.

"Die Fettleibigkeit hatte zwei Ursachen", berichtete Patricia Heine. "Zum einen vergößerten sich die einzelnen Fettzellen, zum anderen stieg aber auch die Zahl der Zellen an." Neben dem zunehmenden Fettgewebe zeigten Tiere beider Geschlechter auch häufiger Unverträglichkeiten gegenüber Insulin und Zucker. Dies hatte man bei männlichen Organismen bisher noch nie beobachtet, Wissenschaftler kannten das Phänomen nur von weiblichen Mäusen und Frauen jenseits der Wechseljahre. Noch wissen die Forscher allerdings nicht, ob Östrogen die Effektivität des Stoffwechsels beeinflusst, oder ob ein Mangel des Hormons zu verringerter körperlicher Aktivität führt. Jedenfalls scheint das weibliche Geschlechtshormomn Östrogen daran beteiligt zu sein, dass sich das Fettgewebe beim Mann normal entwickelt.

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