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Krebserkrankungen: Östrogentherapie gegen Brustkrebs?

Ausgerechnet Östrogene, die bei manchen Brustkrebsvarianten als krebsfördernd gelten, könnten im Kampf dagegen eine wichtige Waffe werden. Dies berichten Forscher in den USA, die bei Laborversuchen mit Brustkrebszell-Linien auf entsprechende Hinweise gestoßen sind.

Manche Brustkrebszellen benötigen Östrogen, um zu überleben. Die Patientinnen werden daher mit Medikamenten wie Tamoxifen behandelt, die das Hormon blockieren. Allerdings überstehen manche Tumorzellen die Prozedur und werden resistent. Die Wissenschaftler um Craig Jordan vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia wollten nun herausfinden, warum diese Zellen nicht mehr in die Apoptose, den so genannten programmierten Zelltod, steuern.

Das Team entwickelte Brustkrebszell-Linien mit Resistenzen gegen Östrogenentzug, die es auch Mäusen einpflanzte. Bei den folgenden Versuchen habe sich gezeigt, dass diese Brustkrebszellen hochempfindlich auf neuerlichen Kontakt mit dem früher für sie so lebenswichtigen Hormon reagierten. So führte die Behandlung der Mäuse mit Estradiol zu einem kompletten Rückgang der Tumoren, berichten die Forscher. Offenbar löste das Hormon die verstärkte Produktion bestimmter Membranproteine der Mitochondrien, die Depolarisation der Mitochondrienmembran und die Freisetzung von Cytochrom c aus, das seinerseits Enzyme aktivierte, welche die Selbstzerstörung der Zelle einleiten.

Estradiol ist das Hauptöstrogen, das von den Eierstöcken gebildet wird. Es ist in den meisten Arzneimitteln zur Hormonsubstitution enthalten.

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