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Klimagipfel auf Bali: Optimismus in Bali: Roadmap zur Rettung des Weltklimas in Sicht

Auf der Klimakonferenz in Bali geht es voran: Ein Entwurf für das "Mandat von Bali" liegt vor. Jetzt hängt es an den Umweltministern, ob der Entwurf am Freitag dieser Woche als verbindliches Dokument verabschiedet wird.
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Unisono freuen sich die Delegationen, das UN-Klimasekretariat und die Nichtregierungsorganisationen: Die Konferenz wird zu einem guten Ende kommen. Was das heißt, machte US-Senator John Kerry am Montag Ortszeit in Bali deutlich: "Bali ist ein Prozess." Es geht nicht den Abschluss eines Vertrages, sondern um eine Roadmap für die Verhandlungen eines Nachfolgeabkommens des Kyoto-Protokolls. Das läuft zwar erst 2012 aus, aber die Mehrheit der Verhandlungsdelegationen scheinen sich auf 2009 als Ende des Verhandlungsprozesses festgelegt zu haben.

"Everybody's Darling" in Bali ist China. Noch zu Anfang des Jahres galt das Reich der Mitte bei den Konferenzen des wissenschaftlichen Weltklimarats der Vereinten Nationen als der Böse, der alles verwässert, blockiert, boykottiert. In Bali werden Umweltschutzorganisationen, die EU, die deutsche Delegation, die Vereinten Nationen nicht müde, verwundert die "konstruktive Rolle" Chinas zu preisen. Ailun Yang, Greenpeace-Aktivistin aus China, ist überzeugt, dass sich die Regierung nicht nur bis zur Abschlussfeier der Olympischen Spiele in diesem Jahr ein grünes Mäntelchen umhängt: "Die Regierung hat erkannt, dass Umwelt- und Klimaschutz ihnen vielfältigen Nutzen bringt", sagt Yang.

Die Rolle des Bösen hat in Bali Kanada übernommen. Die Kanadier blockieren und torpedieren die Verhandlungen. Ihr Standpunkt: Wenn die Entwicklungs- und Schwellenländer sich nicht zu bindenden Zielgrößen bei der Emissionsreduzierung verpflichten, dann sollten das die Industriestaaten auch nicht tun. Yvo de Boer, Exekutivdirektor des UN-Klimasekretariats, kommentiert bissig: "Was soll das? Die Kanadier schaffen doch ihre Kyoto-Verpflichtungen selbst nicht."

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John Kerry | Senator John Kerry ist überzeugt, dass die USA nach der Wahl eines neuen Präsidenten eine klimapolitische Führungsrolle übernehmen werden.
Die USA sind klimapolitisch dagegen sehr zahm unterwegs. Von John Kerry bis Alden Meyer von der Union of Concerned Scientists werden US-Teilnehmer der Klimakonferenz nicht müde zu versichern, dass die Bürger und die Wirtschaft des Landes klimapolitisch der US-Regierung um Meilen voraus sind. Kerry betont, die USA würden ab 2009 mit dem neuen Präsidenten eine klimapolitische Führungsrolle übernehmen. Der Senator zeigte sich auch optimistisch, was den Erfolg der Konferenz von Bali angeht. "Was hier in Bali und auch in den USA passiert, zeigt, dass wir das Ziel eines neuen Klimavertrages 2009 erreichen werden."
11.12.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.12.2007

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