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Menschenaffen: Orang-Utans kündigen ihre Reisepläne im Voraus an

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Männliche Sumatra-Orang-Utans (Pongo abelii) geben durchschnittlich viermal täglich laute Schreie von sich, die mehr als einen Kilometer entfernt noch zu vernehmen sind. Sie wollen damit Weibchen kontaktieren und anderen Männchen ihr Revier signalisieren – und offenbar auch Reisepläne ankündigen, wie nun Forscher vom Anthropological Institute and Museum in Zürich berichten.

Bereits Stunden oder sogar eine ganze Nacht vor dem Reisestart drehen sich Männchen in die geplante Richtung und geben lange, laute Rufe von sich, berichten Carel van Schaik und seine Kollegen. Die Forscher hatten Sumatra-Orang-Utans in freier Wildbahn untersucht. Sie nutzten den letzten langen Schrei, den Männchen vor dem Schlafengehen von sich gaben, um die Wanderrichtung des Tieres für den nächsten Tag vorauszusagen. Die Prognosen der Wissenschaftler trafen häufiger zu als zufällige Vorhersagen. Daraus folgerten sie, dass die bis zu vier Minuten langen Affenschreie tatsächlich die für den nächsten Tag ausgewählte Kletterrichtung kennzeichnen.

Ändern die männlichen Tiere am nächsten Morgen doch noch ihre Pläne, teilen sie dies durch einen spontanen langen Ruf in die neue Richtung mit. Das ermöglicht allen Weibchen in Hörweite, dem Männchen zu folgen und in die passende Richtung zu klettern. Während weibliche Orang-Utans gerne in der Rufweite des potenziellen Beschützers bleiben, vermeiden untergeordnete männliche Artgenossen hingegen den angekündigten Weg.

37. KW 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 37. KW 2013

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