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News: Organische Ursachen für Cluster-Kopfschmerzen?

Cluster-Kopfschmerzen treten vorwiegend bei Männern auf und gehören zu den selteneren Arten von Kopfschmerzen. Die Betroffenen zeigen nicht das Ruhebedürfnis von Migränepatienten, sondern sind eher aktiv. Bisher war man davon ausgegangen, daß die Schmerzattacken allein auf einer Fehlfunktion des Gehirns beruhen. Wissenschaftler haben nun bei Patienten auch Unterschiede in der Dichte der grauen Gehirnmasse entdeckt.
Peter Goadsby und seine Mitarbeiter vom Institute of Neurology in London untersuchten Patienten während Schmerzanfällen und in schmerzfreien Phasen. Sie stellten dabei fest, daß sich die Dichte der grauen Gehirnmasse bei den Betroffenen deutlich von der gesunder Freiwilliger unterscheidet. Diese Abweichung trat permanent auf, egal ob die Untersuchten gerade unter Kopfschmerzen litten oder nicht.

Die Ergebnisse, die am 1. Juli 1999 in Nature Medicine veröffentlicht wurden, widersprechen der bisher allgemein anerkannten Meinung von Experten, wonach Cluster-Kopfschmerzen allein durch Anomalien in der Gehirnfunktion, nicht aber durch Veränderungen der Gehirnstruktur entstehen. Die Abweichungen treten im Hypothalamus auf, der Gehirnregion, in der die Wissenschaftler auch Veränderungen in der Gehirnfunktion während Schmerzattacken feststellten. Goadsby hält diese Übereinstimmung von strukturellen und funktionellen Anomalien für überzeugend.

Er führt weiterhin aus, daß der Hypothalamus jene Gehirnregion ist, die mit dem Tagesrhythmus des Körpers in Verbindung gebracht wird. Die Ergebnisse geben damit auch Hinweise darauf, warum die Schmerzen einen derart markanten saisonalen Wechsel und zeitgenaue Regelmäßigkeit zeigen. "Die Resultate haben tiefgreifende Folgen für das Verständnis davon, wie das Gehirn bei primären Kopfschmerzen beeinträchtigt wird", sagt Goadsby.

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