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Insektenplage: Ostafrika droht weitere Heuschreckenwelle

Die Wüstenheuschreckenplage in Ostafrika nimmt kein Ende: Im März und im April könnten weitere Tiere schlüpfen und die Lage noch einmal verschärfen, fürchten Experten.
Schwarm von Wüstenheuschrecken im Samburu-Nationalpark in KeniaLaden...

Zahlreiche Länder in Ostafrika leiden seit einigen Monaten unter der schlimmsten Heuschreckenplage, die die Region in den vergangenen 25 Jahren heimgesucht hat. Nun warnen Experten davor, dass es noch schlimmer kommen könnte: Die Insekten hätten entlang ihres Weges Eier gelegt, aus denen im März und April vermutlich weitere Tiere schlüpfen werden, wie das Klimazentrum ICPAC der Organisation IGAD nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur dpa berichtet. Sie stellen eine Bedrohung für die anstehende Pflanz- und Erntezeit dar und könnten die Region endgültig in eine Hungerkatastrophe stürzen.

Die Schwärme aus Millionen Wüstenheuschrecken der Art Schistocerca gregaria machen sich vor allem über Felder und Weideland her. Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge kann ein Schwarm von der Größe eines Quadratkilometers pro Tag so viel vertilgen wie 35 000 Menschen zusammen. Aktuell breiten sich die Insekten in Äthiopien, Kenia, Somalia, Dschibuti, Sudan, Eritrea, Uganda, Tansania und im Südsudan aus. Der Grund dafür sind ungewöhnlich starke Regenfälle, die sich in den vergangenen Monaten in der Region ereigneten und die den Wüstenheuschrecken beste Möglichkeiten zur Fortpflanzung bieten.

Für viele Menschen in Ostafrika ist die Nahrung ohnehin bereits knapp. Vor allem Viehhirten und Kleinbauern könnten laut der Welthungerhilfe durch die Heuschrecken ihre Lebensgrundlage verlieren. Die Organisation will deshalb 500 000 Euro als Soforthilfe bereitstellen. Auch die EU kündigte an, die Notfallmaßnahmen in der Region zunächst mit einer Million Euro zu unterstützen. Das sei allerdings nur ein erster Schritt, so Matthias Späth, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Äthiopien, in einer Pressemitteilung. Letztlich benötigten Viehhirten Futter für ihre Tiere, Bauern Saatgut und viele Familien noch darüber hinaus weitere Nahrungsmittel, um die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken.(dpa/daz)

08/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08/2020

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