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Epidemiologie: Ostafrika: Erwärmung bringt Malariamücken ins Hochland

Malaria-Mücken auf dem Vormarsch
Die Erhöhung der Durchschnittstemperaturen des ostafrikanischen Hochlands um ein halbes Grad während der letzten fünfzig Jahre führte gleichzeitig zu einem Anstieg der Malaria-Fallzahlen der Region.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Mercedes Pascual von der Universität von Michigan in Ann Arbor, die zusammen mit Kollegen die Daten von vier Klimastationen des Gebiets einer neuerlichen Untersuchung unterzogen haben. Deren Messwerte ergaben in der Zeit zwischen 1950 und 2002 eine signifikante Temperaturerhöhung um 0,5 Grad Celsius. Mit einem mathematischen Modell überprüften die Forscher dann, ob diese vermeintlich geringe Erwärmung bereits ausreicht, damit Malariamücken wie Anopheles gambiae dauerhaft und in großer Zahl das vorher weit gehend malariafreie Hochland besiedeln können.

Nach diesen Berechnungen verbesserten sich die Überlebens- und Fortpflanzungsbedingungen der Insekten schon zu diesem Zeitpunkt deutlich, was in der Folge auch entsprechend größere Populationen der Insekten nach sich zog. Doch nicht nur diese rein numerische Zunahme bewirkte den starken Anstieg der Malaria-Erkrankungen in Ostafrika, sondern auch die gleichfalls durch die Erwärmung ausgelöste Verlängerung der Mückensaison.

Frühere Untersuchungen konnten dagegen keinen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und der Zunahme an Malariafällen erkennen. Auch Pascual und ihre Kollegen schränken ein, dass der Klimawandel mit seinen steigenden Temperaturen womöglich nicht der einzige oder zumindest der Hauptgrund für diesen Anstieg ist: Seine Mitwirkung steht ihrer Ansicht nach allerdings nun fest.

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