Direkt zum Inhalt

Paläontologie: Das war der T. rex der Ozeane

Ein gewaltiger Mosasaurier schwamm einst durch den Western Interior Seaway Nordamerikas. Er war so furchteinflößend, dass er nach berühmtesten Dino benannt wurde.
3D-Darstellung von zwei prähistorischen Meeresreptilien, die in einer Unterwasserlandschaft schwimmen. Die Tiere haben lange, schlanke Körper mit Flossen und sind in verschiedenen Grüntönen gefärbt. Der Hintergrund zeigt eine felsige Unterwasserumgebung mit sanftem Licht, das durch das Wasser dringt.
Tylosaurus rex lebte während der Kreidezeit in einem flachen nordamerikanischen Schelfmeer.

Dieser T. rex wurde mehr als 13 Meter lang, hatte spitze Zähne, aber keine Beine. Stattdessen schwamm Tylosaurus rex aus der Gruppe der Mosasaurier durch den Western Interior Seaway, ein ausgedehntes, aber flaches Meer, das sich während der Kreidezeit von Nord nach Süd durch Nordamerika zog. Eine Arbeitsgruppe um Amelia Zietlow vom History Museum in Castle, Wisconsin, beschrieb dieses riesige Meeresreptil anhand von Fossilien, die bereits 1979 in Texas ausgegraben, aber jetzt erst richtig bestimmt wurden. Der ozeanische T. rex gehört zu den größten Mosasauriern, die bislang entdeckt wurden, weshalb ihn das Team in Anlehnung an den berühmten Tyrannosaurus rex benannte: den »König der Tylosaurier«.

Ursprünglich hatten Paläontologen das im American Museum of Natural History aufbewahrte Fossil als Vertreter von Tylosaurusproriger identifiziert, einer verwandten Art. Doch ein Vergleich mit verschiedenen Exemplaren dieses Mosasauriers zeigte, dass das Tier falsch bestimmt worden war. Nicht nur war es größer, es besaß auch feiner gezackte Zähne, was unter diesen Meeresreptilien eher ungewöhnlich ist. Zudem stammte das Fossil – und weitere Exemplare, die der neuen Art letztlich zugeordnet wurden – aus vier Millionen Jahre jüngeren Gesteinsschichten als T. proriger

Die Kieferknochen von T. rex deuten an, dass die Tiere sehr kräftig zubeißen konnten, unterstützt von ebenfalls sehr starken Nackenmuskeln. Anhand dieser Merkmale gehen Zietlow und Co davon aus, dass diese Mosasaurier die Spitzenraubtiere ihres ozeanischen Ökosystems waren: Sie waren immerhin auch doppelt so lang wie heutige Weiße Haie. Verschiedene Spuren an den Fossilien deuten laut den Paläontologen zudem an, dass sich diese Meeresreptilien auch untereinander nichts schenkten. Einem Exemplar mit dem Spitznamen »Schwarzer Ritter«, das im Perot Museum of Nature and Science in Dallas ausgestellt ist, fehlt beispielsweise die Spitze der Schnauze und es besitzt Kieferverletzungen, die nur von einem Kampf stammen könnten, so die Forscher. Und infrage kämen nur andere Tylosaurus rex, die es mit ihresgleichen aufnahmen.

Eine weitere Fundgrube für Mosasaurier findet sich auf der anderen Seite des Atlantiks in Marokko. Bislang wurden dort mindestens 13 verschiedene Arten aus der Kreidezeit ausgegraben. Da es dort daneben zahlreiche weitere Raubtiere wie Haie, Plesiosaurier und Krokodile gab, bezeichnen manche Wissenschaftler dieses damalige Meer als das gefährlichste Ökosystem der Erde.

  • Quellen
Zietlow, A. et al., Bulletin of the American Museum of Natural History 482, 2026

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.