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Natürliche Farbstoffe: Papageien mit patenter Farbpracht

Grünflügelara
Edelpapagei | Das Rot im Gefieder von Papageien – hier ein Edelpapagei (Eclectus roratus) – entsteht nicht durch Karotinoide wie bei vielen anderen Tieren, sondern duch Psittacofulvine.
Papageien haben für ihre rote Farbpracht eine eigene Form der Pigmentierung entwickelt. Während andere Vögel oder Fische rot, orange oder gelb mit Hilfe von Karotinoiden zustande bringen, nutzen Papageien dafür so genannte Psittacofulvine, über deren chemische Zusammensetzung allerdings bislang kaum etwas bekannt war. Kevin McGraw von der Cornell-Universität ist es nun in Teamarbeit mit der Papageienforscherin Mary Nogare gelungen, das Rätsel der roten Federn auf molekularer Ebene zu lösen.

Mit einem Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographen untersuchte McGraw die Pigmentierung der roten Federn von 44 Papageienarten. Er stellte dabei fest, dass in allen Fällen dieselben fünf Psittacofulvine für die Färbungen verantwortlich sind. Je stärker der Rotton ausgeprägt war, desto höher lagen die Konzentrationen an Psittacofulvinen. Da sie sich nur in den Federn finden, bilden die Tiere die Substanzen wohl in unmittelbarer Nähe des Federbalgs, in dem sich die neuen Federn entwickeln, spekuliert McGraw.

Blaustrichelloris | Je ausgeprägter das Rot – hier zwei Blaustrichelloris (Eos reticulata) –, desto höher die Psittacofulvin-Konzentrationen.
Die Pigmente sorgen offenbar nicht nur für ein optisches Feuerwerk, sondern spielen auch für die Gesundheit der Tiere eine wichtige Rolle. Einer weiteren unabhängigen Studie zufolge können die Pigmente als Anti-Oxidanzien freie Radikale binden und so Zellen und Gewebe schützen. Diese Zusammenhänge will das Team jetzt genauer erforschen.

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