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Sexualduftstoffe: Parfüminhalt wirkt auf Mann und Frau verschieden

Ein Jasmin-Magnolienduft ist Bestandteile vieler Parfüms. Offenbar dockt er an unsere Pheromonrezeptoren an - und stößt dann im Kopf von Mann und Frau ganz unterschiedliche Dinge an.

In parfümophilen Fachkreisen ist "Hedione" seit Langem als Komponente verschiedener Duftkreationen berühmt. Dabei ist der pur leicht nach Jasmin und Magnolienblüten duftende Bestandteil des Jasminöls wie das medial mittlerweile etwas überstrapazierte Kuschelhormon Oxytozin verdächtig, eine psychoaktive Wirkung auf Menschen auszuüben. Eben das haben nun Forscher aus Bochum und Dresden genauer untersucht – mit dem Ergebnis, dass Hedione (fachlich-chemisch: Methyl-Dihydrojasmonate) tatsächlich auf unserer Hirnchemie wirkt. Spannenderweise arbeitet die Substanz dabei im Hirn von Mann und Frau unterschiedlich, so die Forscher, die schnuppernde Probanden im Hirnscanner untersucht haben.

Sie kommen zu dem Schluss, dass der Jasminölester die im Riechepithel eingebetteten VN1R1-Rezeptoren aktiviert, welche die Forscher zuvor mit Hilfe von Genanalysen aufgespürt und verortet hatten. Bei den Analysen mit weiblichen und männlichen Freiwilligen im Magnetresonanztomografen zeigte sich zudem: Der Duftstoff wirkt tatsächlich geschlechtsspezifisch auf verschiedene Hirnareale, während ähnliche Blumenduftkomponenten kaum diese Wirkung zeigten. Hedione aber aktiviert beim Menschen Bereiche des Hypothalamus und des limbischen Systems, wie die Amygdala und den Hippocampus. Gerade bei Frauen regt sich zudem ganz besonders ein Bereich des Hypothalamus – und dies abhängig davon, als wie intensiv die Probandinnen den Duft beschrieben.

Schon zuvor hatten Forscher vermutet, dass eine geschlechtsspezifische Aktivierung bestimmter Hypothalamusbereiche – etwa durch das moschus- und trüffelduftartige Sexualpheromon Androstenon – dann dafür sorgt, Sexualhormone im Körper auszuschütten. Ob dies auch unter dem Einfluss von Hedione geschieht, möchten die Forscher in weiteren Studien genauer untersuchen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse dürften dann helfen zu verstehen, was der Duft in Mann und vor allem Frau wirklich bewirkt. Denn bisher ist schlicht nur klar, dass er offenbar irgendetwas in unserem Hirn auslösen kann.

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