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Pharmakologie: Parkinson-Medikament wirkt auch gegen Fibromyalgie-Schmerz

Bei einem verbreiteten Parkinson-Medikament haben amerikanische Forscher einen weiteren Anwendungsbereich entdeckt. Wie Andrew Holman und sein Kollege Robin Myers von Pacific Rheumatology Associates in Renton berichten, lässt es sich auch bei Fibromyalgie einsetzen – einer schmerzhaften Muskel- und Bindegewebserkrankung, gegen die bislang kaum wirksame Mittel zur Verfügung gestanden haben.

Im Rahmen ihrer Placebo kontrollierten Doppelblind-Studie stellten die beiden Wissenschaftler jetzt fest, dass der Schmerz mit einer Störung in der Reizverarbeitung im zentralen Nervensystem zusammenhängen muss. Verabreichten sie Fibromyalgie-Patienten das Parkinson-Mittel Pramipexol, das die Produktion von Dopamin ankurbelt, ließen die Schmerzen nach. Auch zeigten sich bei den Patienten nicht die bei der Parkinson-Therapie mit diesem Wirkstoff sonst üblichen Nebenwirkungen wie Halluzinationen oder Schlafattacken. Erst vor kurzem war Pramipexol, das unter dem Namen Sifrol im Handel ist, allerdings in Verruf geraten, weil manche damit behandelte Patienten eine Spielsucht entwickelten. Hintergrund könnte sein, dass Dopamin auch eine wichtige Rolle im Belohnungskreislauf des Gehirns spielt.

Die genauen Ursachen der Fibromyalgie sind noch unbekannt. Sie wird auch auch Weichteilrheuma genannt, weil bei ihr im Unterschied zu anderen Rheuma-Arten nicht die Gelenke und Knochen, sondern die Weichteile betroffen sind. Zum Krankheitsbild gehören neben Schmerzen in den unterschiedlichsten Körperregionen auch Schlafstörungen und depressive Verstimmungen.

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