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News: Paßfotos eines Asteroiden mit Radar

Als Anfang August dieses Jahr ein Asteroid die Umlaufbahn der Erde kreuzte, entstanden beeindruckende Radarbilder. Das technisch aufgerüstete Radioteleskop von Arecibo machte mit einer Auflösung von 15 Metern auch kleine Strukturen auf der Oberfläche für die Astronomen sichtbar. Und dabei war der Steinbrocken immerhin über acht Millionen Kilometer entfernt.
Der sich ungewöhnlich langsam drehende, mehrere Kilometer im Durchmesser große Asteroid mit der eigentümlichen Gestalt und der vernarbten Oberfläche wurde 1990 zum ersten Mal gesichtet. Danach verschwand er jedoch von den Bildschirmen. Erst am 13. Mai 1999 wurde er im Rahmen des Massachusetts Institute of Technology/Lincoln Labs Near-Earth Asteroid Search Program (LINEAR) wiederentdeckt und auf den Namen 1999JM8 getauft.

Spuren von Einschlägen, die Durchmesser von hundert Meter bis zu einem Kilometer aufweisen, zeugen von einer geologisch alten Oberfläche. Der Gesteinsbrocken wurde also nicht von einem größeren "Mutterasteroiden" abgesprengt. "Wir sehen auch eine Mulde, die etwa halb so groß ist wie der Asteroid selbst," sagt Michael Nolan vom Arecibo Observatory, "aber bisher sind wir noch nicht sicher, ob es sich dabei auch um einen Einschlagskrater handelt".

Verblüffend ist die Ähnlichkeit mit Toutatis, einem weiteren Objekt ähnlicher Größe, das wie 1999JM8 nur sehr langsam rotiert. Warum sich diese Asteroiden so langsam drehen, ist den Wissenschaftlern bisher noch nicht klar. Im allgemeinen gehen sie davon aus, daß die Kollisionen mit anderen Asteroiden das Rotationsverhalten bestimmen. Diese komplexen und ungewöhnlich langsamen Drehbewegungen sind für die Forscher jedoch ein Rätsel.

Diese Bilder waren nur aufgrund der technischen Verbesserung des Teleskops in Arecibo möglich. Ein Radarsender mit einer Million Watt Leistung schickte ein Signal zum Asteroiden aus, das dort reflektiert und rund eine Minute später von der großen Empfangsschüssel in Puerto Rico aufgenommen wurde. Die Wissenschaftler sammelten siebzig bis einhundert Gigabyte Daten, aus denen der Computer in mehreren Tagen die Bilder des Asteroiden berechneten. Die Auflösung erreichte dabei Werte bis 15 Meter – und das ohne Flug ins Weltall.

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