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Pädiatrie: Passivrauchen führt bei Kindern zu Verhaltensstörungen

Passivrauchen führt einer neuen US-Studie zufolge nicht nur zu Asthma und Krebserkrankungen, sondern auch zu Verhaltensproblemen bei Kindern. Wie Forscher aus Cincinnati anhand der medizinischen Daten von 225 Teilnehmern zwischen fünf und elf Jahren nachweisen konnten, leiden Kinder, die vermehrt blauem Dunst ausgesetzt sind, deutlich öfter an Verhaltensauffälligkeiten und den damit einhergehenden sozialen Schwierigkeiten. Auch Angstgefühle und Depressionen treten bei ihnen häufiger auf.

Ein Team um Kimberly Yolton vom Kinderhospital von Cincinnati hatte den Cotinin-Spiegel im Blut von 225 Kindern untersucht, die durchschnittlich dem Rauch von etwa 14 Zigaretten täglich ausgesetzt und an Asthma erkrankt waren. Cotinin ist das Hauptabbauprodukt des dem Körper zugeführten Nikotins und kann durch Labortests im Speichel, im Urin, im Blut oder den Kopfhaaren nachgewiesen werden. Die festgestellten Nikotinmengen lassen Rückschlüsse über das Rauchverhalten oder das Ausmaß einer Passivrauchbelastung zu. Kurzfristige Belastung durch blauen Dunst in der Umgebung lässt sich sowohl im Blut wie im Urin dokumentieren, chronische durch Kopfhaaranalyse.

Bei der Analyse des Cotinin-Spiegels in den Blutproben der Kinder konnten Yolton und ihr Team eine offenkundige Verbindung zwischen seiner Höhe und dem Ausmaß der Verhaltensprobleme feststellen. Je mehr die Kinder Zigarettenrauch ausgesetzt waren, desto heftiger fielen sie durch soziale Ausfallerscheinungen in Schule und Elternhaus auf, so das Fazit. Schon früher hatten Yoltin und Kollegen die Auswirkungen des Passivrauchens auf die Gesundheit von Kindern untersucht, allerdings mit Fokus auf die geistige Entwicklung. Dabei hatten sie festgestellt, dass die Fähigkeit für logisches Denken, Mathematik und andere geistige Leistungen durch passive Nikotinaufnahme abnimmt.

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