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Pazifik: Die Geburt einer neuen Insel

Das Tonga-Archipel ist erneut um eine kleine Insel reicher. Ob dieses vulkanische Eiland dauerhaft bleibt, ist allerdings fraglich.
Neue Insel am Home Reef
Nach einem Vulkanausbruch erhebt sich ein neues Eiland im Tonga-Archipel im Pazifik.

Am 15. Januar 2022 explodierte der Hunga Tonga-Hunga Ha‘apai im Pazifik – und das Tonga-Archipel war wieder um eine Insel ärmer; nur noch einzelne Felsspitzen ragen aus dem Meer. Doch der Inselbogen beim Tonga-Graben, auf dem Tonga und andere Inseln liegen, besitzt die höchste Dichte an Unterwasservulkanen der Erde. Einer davon brach am 10. September aus und schuf seitdem ein neues Eiland am Home Reef, wie die NASA anhand von Satellitenbildern feststellte.

Schon am 11. September durchbrach der Vulkan demnach die Wasserlinie, während sich gleichzeitig das Meer in seiner Umgebung durch das Ausbruchsmaterial grünlich verfärbte: Schwefelverbindungen und freigesetzte Säuren sorgen zusätzlich dafür, dass das Wasser hier zumindest zwischenzeitlich einen sehr niedrigen pH-Wert aufweist. Nach Schätzungen des Geological Survey von Tonga hatte die Insel am 14. September bereits eine Fläche von 4000 Quadratmetern und eine Höhe von etwa zehn Metern über dem Meer.

Home Reef liegt auf der Kermadec-Tonga-Subduktionszone, an der drei Erdplatten aufeinandertreffen. Hier taucht die Pazifische Platte unter zwei andere Platten ab, wobei an der Ostseite der Tonga-Platte die schnellste weltweit bekannte Subduktion stattfindet: Mit einer Geschwindigkeit von 24 Zentimetern pro Jahr verschwindet hier Krustenmaterial in der Tiefe; seine Schmelze fördert den aktiven Vulkanismus in der Region. Zugleich befindet sich hier der zweittiefste Tiefseegraben der Erde, der bis zu 10 000 Meter tief ist.

Am Home Reef tauchten seit Beginn erster Aufzeichnungen bereits viermal Inseln auf, doch meistens hielten sie nur kurze Zeit. In einem Fall an einem benachbarten Vulkan überdauerte das Festland aber sogar 25 Jahre. Oft sorgt die Brandung dafür, dass die Inseln erneut verschwinden, da das vulkanische Lockermaterial rasch abgetragen werden kann. In anderen Fällen bewirken weitere, zerstörerische Eruptionen ein Wiederversinken des Neulands im Meer. Die Zukunft der neuen Insel am Home Reef ist also ungewiss – und eher kurz.

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