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Periodensystem: Die vier Neuen haben einen Namen

Nh, Mc, Ts und Og: Diese vier Kürzel muss sich künftig merken, wer sich für exotische Elemente interessiert. Denn der jüngste Zuwachs im Periodensystem hat jetzt richtige Namen.
Periodensystem mit Blick auf die schweren Elemente

Anfang 2016 wurden sie offiziell anerkannt, nun bekommen sie auch noch einen richtigen Namen: Die vier extrem schweren und extrem kurzlebigen Elemente, die als letzte ins Periodensystem aufgenommen wurden, sollen künftig

  • Element 113: Nihonium (Nh)
  • Element 115: Moscovium (Mc)
  • Element 117: Tennessin (Ts)
  • Element 118: Oganesson (Og)
heißen. Das gab jetzt die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) bekannt.

Die Namen gehen auf Vorschläge der Entdecker zurück. Deren Einreichungen waren zunächst von der Organisation selbst überprüft worden, in den kommenden fünf Monaten hat die Weltöffentlichkeit dann noch einmal Gelegenheit, Einwände geltend zu machen. Nach Ablauf dieser Frist sind die Namen offiziell.

Nicht berücksichtigt wurde eine öffentlichkeitswirksame Petition, das Element 115 nach dem kürzlich verstorbenen Heavy-Metal-Musiker Lemmy Kilmister, dem Sänger von Motörhead, auf den Namen "Lemmium" zu taufen.

Stattdessen drückt sich in den Namen vor allem der Nationalstolz der Entdecker aus. Nihonium ist benannt nach dem japanischen Landesnamen Nihon. Entdeckt wurde es am RIKEN-Nishina- Beschleunigerzentrum. Moscovium leitet seine Bezeichnung vom Namen von Stadt und Region Moskau her. Tennessin bezieht sich auf den US-Bundesstaat Tennessee. Diese beiden Vorschläge sowie der des verbliebenen Elements Oganesson gehen auf gemeinsame Vorschläge der US-amerikanischen und russischen Entdeckerteams zurück.

In der Region Moskau befindet sich das Vereinigte Institut für Kernforschung, das mit seiner Einrichtung, dem Flerow-Labor für Kernreaktionen, maßgeblich an der Entdeckung des Moscovium beteiligt war. In Tennessee befinden sich das Oak Ridge National Laboratory, die Vanderbilt University und die University of Tennessee in Knoxville, die an der Entdeckung von Tennessin mitwirkten. Mit dem Namen Oganesson wird der 83-jährige russische Chemiker Juri Oganessian geehrt, der Direktor des Flerow-Labors. Der Wissenschaftler machte sich unter anderem um Forschung am Phänomen der so genannten Insel der Stabilität verdient. Er ist damit nach Glenn Seaborg (Seaborgium) erst der zweite Mensch, nach dem noch zu Lebzeiten ein Element benannt wird.

Die Endungen der Elemente folgen den althergebrachten Konventionen. Elemente der Gruppen 1 bis 16 tragen die Endung "-ium", Edelgase der Gruppe 18 die Endung "-on". Die Gruppe 17 stellt einen sprachlichen Sonderfall dar. Hier tragen in der englischsprachigen Welt die Elemente die Endung "-ine" (fluorine, chlorine, bromine, …). Im Deutschen ist dagegen von Fluor, Chlor oder Brom die Rede. Der von der IUPAC vorgeschlagene Name für das Element 117 lautet dementsprechend im Original Tennessine. Offen ist, ob sich dafür im deutschen Sprachgebrauch die Bezeichnung Tennessin, Tennessine oder gar Tenness durchsetzen wird.

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