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Mars-Rover Perseverance: Die Quietsch- und Knirschgeräusche einer Marsfahrt

Bislang unerhörte Tonaufnahmen beweisen: Bei einer Fahrt auf dem Mars rumpelt, schleift und kreischt es auch bei Schrittgeschwindigkeit ganz schön. Liegt das eher an der Aufnahmequalität als an der Rovertechnik?
Perseverance rollt über den Mars

Der Rover Perseverance hat sich auf dem Mars einen Monat nach seiner geglückten Landung am 18. Februar 2021 nun eingearbeitet: Das Gerät fand bei ersten geologischen Untersuchungen geochemische Ähnlichkeiten von vulkanischem Marsgestein mit dem auf der Erde, Spuren von Erosion durch Wind und Wasser und hat bereits viel fotografiert. Und nun sendet Perseverance die ersten Tonaufnahmen einer Fahrt auf dem Mars zur Erde: Highlights einer knapp 16-minütige Tonaufnahme, die entstand, als der Rover mit seinen sechs Rädern 27 Meter weit über die Marsoberfläche rollte. Zu hören sind Scheppern, Schleifen und Knirschen sowie ein auch für NASA-Ingenieure etwas nervenaufreibendes, weil mysteriöses hochfrequentes Kratzen.

Dieses Geräusch könnte verschiedene Ursachen haben, spekuliert die NASA-Experten: Vielleicht ist es Folge einer elektromagnetischen Interferenz von elektronischen Bauteilen, es könnte aber auch beim Kontakt von Teilen der Antriebseinheit mit dem Marsboden entstehen. »Ich würde rechts ranfahren und den Pannendienst rufen, wenn ich solche Geräusche beim Fahren in meinem Auto höre«, sagt jedenfalls Dave Gruel, der für die Kamera und Mikrofontechnik von Perseverance zuständige NASA-Ingenieur. Eine Gefahr für den rollenden Rover sehen die Techniker aber nicht: Die Mikrofone waren eigentlich dafür gedacht, während der Landephase zu arbeiten, und sind für Aufnahmen auf der Oberfläche nicht konzipiert, kaum getestet und schlecht positioniert. Töne erreichen sie hauptsächlich, wenn diese über die feste Metallstruktur des Rovers auf sie übertragen werden.

Die Landung von Perseverance

Perseverance hatte bereits Tonaufnahmen von seiner Landung gesendet. Mit einem weiteren Mikrofon am Kameramast nahm der Rover ein leises Säuseln von Wind in der dünnen Marsatmosphäre auf und auch Klickgeräusche des Lasers beim Zerkleinern von analysiertem Gestein. Schon frühere Marsmissionen waren mit Mikrofonen ausgestattet, um Tonaufnahmen zu machen. Das Gerät der Marssonde Phoenix von 2008 sollte die Landung belauschen, wurde dann aber nie eingeschaltet; das Mikrofon des Mars Polar Landers zerschellte 1999 mit der Sonde. Die russischen Raumsonden Venera 13 und 14 zur Venus hatten beide im Jahr 1982 Mikrofone an Bord. Sie zeichneten damals den Klang der Atmosphäre und des Probenbohrers auf.

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