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Umweltschutz: Pestizid schädigt Hummeln

Das Pflanzenschutzmittel Spinosad löst bereits in relativ geringen Dosen Schäden bei Wildbienen und Hummeln aus und beeinträchtigt diese in ihrer Nahrungssuche wie -aufnahme.

Wie eine Untersuchung von Wissenschaftlern um Lora Morandin von der kanadischen Simon-Fraser-Universität belegt, schaden Pestizidkonzentrationen um 0,2 bis 0,8 Milligramm pro Kilogramm Pollen erwachsenen Hummeln der Art Bombus impatiens nicht. Setzten die Forscher allerdings Hummellarven einer Konzentration von etwa 0,8 Milligramm pro Kilogramm aus – wie sie in landwirtschaftlichen Flächen durchaus vorkommen können –, so zeigten die Tiere im Erwachsenenalter eine verminderte Vitalität. Wurde die Dosis auf den doppelten Wert (acht Milligramm pro Kilogramm Pollen) der bislang in der Umwelt nachgewiesenen Spinosad-Konzentrationen erhöht, so starben die kontaminierten Tiere in kurzer Zeit nach dem Kontakt.

Die bei den geringeren Dosen geschädigten Insekten benötigten im Vergleich zu unbelasteten Hummeln auch längere Zeit, um in komplexer aufgebaute Blüten einzudringen, dort Pollen aufzunehmen und diese zu verwerten. Zudem hatten sie größere Schwierigkeiten, überhaupt auf Blüten zu landen. Die Wissenschaftler folgern daraus auch eine Schwächung von Hummelkolonien mit Abnahme vitaler Individuen sowie eine schlechtere Bestäubungsrate vieler Kultur- und Wildpflanzen.

Spinosad – in Deutschland unter dem Namen Audienz vertrieben – gehört zu einer neuen Klasse von Pflanzenschutzmitteln, die aus natürlichen Quellen gewonnen werden. Der Wirkstoff stammt aus dem Bodenbakterium Saccharopolyspora spinosa und wird vornehmlich gegen Raupen, Tau- und Minierfliegen sowie Thripse in Obst- und Gemüsekulturen eingesetzt. Das Mittel gilt als potenzielles Bienengift und darf deshalb nicht mit blühenden Beständen in Kontakt kommen, allerdings bezog sich diese Warnung bislang nur auf Honigbienen und bestimmte Konzentrationen.
12.05.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 12.05.2005

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