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News: Pfadfinder im Submillimeterland

Zu den ersten Erfolgen des neuen Atacama Pathfinder Experiments (Apex) auf dem 5100 Meter hohen Chajnantor-Plateau der Atacamawüste in Chile gehört die Entdeckung eines bisher unbekannten, geladenen interstellaren Moleküls: des aus Kohlenstoff und Fluor bestehenden Ions CF+. Bisher konnte man im Weltall nur eine einzige fluorhaltige Molekülsorte, HF, nachweisen. Das neu entdeckte Ion, das durch eine Reaktion von Kohlenstoff und dem HF-Molekül entsteht, fanden die Radioastronomen mit Apex und dem 30-Meter-Iram-Teleskop in der Nachbarschaft des Orionnebels.

Eine weitere Premiere, wiederum im Oriongebiet, war die Entdeckung der 0,2-Millimeter-Strahlung von Kohlenmonoxid (CO). Derart kurze Wellenlängen sind für die Forschung eine besondere Herausforderung, weil der Wasserdampf der Erdatmosphäre sie noch stärker absorbiert als die übrigen Wellenlängen im Submillimeterbereich, und weil sie am äußersten Rand des Bereichs liegen, für den Apex konzipiert wurde.

Darüber hinaus entdeckten die Wissenschaftler in mehreren kalten Dunkelwolken des Südhimmels die Strahlung eines Moleküls, das aus Wasserstoff und Deuterium (H2D+) besteht. Dieses Molekül ist von besonderer interstellarer Bedeutung, weil es noch in extrem kalten Gasen (wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt) auftritt, also bei Temperaturen, unter denen schon fast alle anderen Molekülsorten an der Oberfläche von interstellaren Staubkörnern ausgefroren und deshalb kaum noch zu beobachten sind.

Aus technischer Sicht ist Apex der Wegbereiter für das wesentlich größere Alma-Projekt, das Atacama Large Millimeter Array. Denn es verwendet einen modifizierten Prototypen der über fünfzig Alma-Antennen und steht am Ort des zukünftigen Alma-Observatoriums. >> spektrumdirekt / AH

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