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Gefahrenabwehr: Pfefferspray als effektive Bärenabwehr

Unsichere Zukunft: Bären in MitteleuropaLaden...
Wer in den einsamen Wäldern Alaskas auf einen aggressiven Bären stößt, sollte statt eines Gewehrs besser eine frische Dose Pfefferspray griffbereit haben. Dies ergab eine Studie der Brigham Young University.

Besorgt um das Leben der vielen Wanderer und Camping-Urlauber, die jährlich die unberührten Wälder Alaskas durchstreifen, wertete ein Team um den Bärenforscher Tom Smith Erfahrungsberichte von Zwischenfällen mit den zotteligen Raubtieren aus, die sich während der vergangenen zwanzig Jahre in der Natur Alaskas zugetragen hatten. Zwar wurden Menschen bei diesen Angst einflößenden Zusammentreffen nur selten verletzt: Von 175 Personen mit unangenehmen Bärenerfahrungen erlitten nur drei leichte Blessuren. Doch bei der Effektivität der jeweils gewählten Abwehrstrategie konnten die Forscher trotzdem erhebliche Unterschiede feststellen.

Tom Smith mit EisbärenfamilieLaden...
Tom Smith mit Eisbärenfamilie | Wäre die Bärenmutter nicht betäubt, könnte Tom Smith ihre beiden Jungen sicherlich nicht so frohgemut in die Kamera halten.
So war der Griff zum Gewehr bei einer Bärenbegegnung nur in knapp 70 Prozent der Fälle erfolgreich. Im Regelfall mussten die vor Angst zitterigen Männer und Frauen bis zu vier Mal abdrücken, um das Tier zu verjagen. Im Gegensatz dazu waren die Erfahrungen der 71 Männer und Frauen, die ihre bärigen Angreifer mit Pfefferspray abwehrten, durchweg positiv: In 92 Prozent der Fälle beschäftigte das Pfefferspray den Bären derart, dass er sein aggressives Verhalten glatt vergaß.

Selbst an windigen Tagen tat das Spray seine Pflicht. Nur fünf Männer und Frauen berichteten von entsprechenden Problemen mit Windböen. Zudem fänden die meisten unangenehmen Bären-Begegnungen sowieso im Dickicht der Wälder statt, in denen es gemeinhin recht windstill sei. Auch die Angst, dass das Pfefferspray den Nutzer selbst ausschalten könne, wiesen die Forscher als unbegründet zurück: Nur zehn der 71 Anwender klagten über leichte Irritationen. Die zwei Unglücklichen, die sich selbst handlungsunfähig sprühten, fallen da kaum ins Gewicht.

Den Erfolg des Pfeffersprays sieht Smith allerdings nicht unbedingt in der für den Bären unangenehmen Augenreizung, sondern in der Standhaftigkeit, welche die Dose dem Nutzer aufzwingt: "Wegzulaufen ist die schlechteste Reaktion auf einen aggressiven Bären", erklärt der Forscher. "Aber es fällt natürlich schwer, es nicht zu tun. Das Spray jedoch gibt einen Grund, innezuhalten und die Füße in den Boden zu rammen. Das lässt den Bären stoppen." (tak)
01.04.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 01.04.2008

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