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News: Pferde im alten Ägypten

Bei den alten Ägyptern lebten offenbar die Pferde besser als so mancher Mensch. So fanden Archäologen jetzt heraus, daß in einem vor rund zwei Jahren entdeckten riesigen Pferdestall in der ehemaligen Ramses-Stadt im Nildelta offenbar peinliche Sauberkeit herrschte.
Die Ergebnisse wurden am 16. Juni 1998 bei einem Kolloquium des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien präsentiert.

Der Pferdestall von Pharao Ramses II. und seinen Nachfolgern hatte riesige Ausmaße. Er war rund 200 Meter lang und 100 Meter breit. Insgesamt hatten nicht weniger als 500 Rösser Platz. Wie Edgar Pusch vom Pelizaeus Museum Hildesheim berichtete, waren für die Pferde sogar Latrinen angebracht. Sie waren so konstruiert, daß die Exkremente der Tiere sofort hineinfielen und nicht den Stall verunreinigten.

"Die Menschen damals – Ramses II regierte von 1279 bis 1225 v. Chr. – kannten offenbar schon die Segnungen von Hygiene und Sauberkeit, um die wertvollen Pferde vor Krankheiten zu schützen", so Manfred Bietak vom Institut für Ägyptologie der Universität Wien. So war auch der Boden des Stalles, wie neueste Ausgrabungen zutage förderten, mit Kalkstuckschichten bedeckt. Ein derartigen Boden ähnelt unserem heutigen Estrich und ist sehr leicht zu reinigen.

Die Sorge der alten Ägypter für die Gesundheit ihrer Pferde läßt sich nicht zuletzt damit begünden, daß die Tiere auch in Kriegen eingesetzt wurden. So berichten Chroniken und Darstellungen von Schlachten, in denen 5 000 von Pferden gezogene Streitwagen aufeinander losstürmten.

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