Pflanzenschädling: Gefährlicher Japankäfer auf dem Vormarsch?

Er frisst an mehreren Hundert Pflanzenarten, darunter Obstkulturen, Weinreben, Mais und Rosen, Linden oder Hasel. Und deshalb fürchten Landwirte und Gartenbauer den aus Asien eingeschleppten Japankäfer (Popillia japonica): Bei starkem Befall kann er schwere Schäden an den Kulturen verursachen. Im Sommer 2026 mehren sich nun die Meldungen zu gesichteten oder in speziellen Fallen gefangenen Exemplaren der Art, weshalb Behörden in Baden-Württemberg und Hessen vor den Insekten warnen, Gegenmaßnahmen ergreifen und Befallszonen ausweisen. Dazu gehören verschiedene Gebiete im südlichen Baden und Südhessen bei Trebur, wo schon 200 Japankäfer gefangen wurden.
In beiden Regionen waren Japankäfer bereits 2025 nachgewiesen worden, weshalb beispielsweise das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) und das Regierungspräsidium Gießen vorsorglich spezielle Lockstofffallen aufgestellt haben. Nur wenn ein Befall frühzeitig erkannt wird, kann er ausreichend bekämpft werden, um somit die weitere Ausbreitung zu stoppen. In den Befallszonen gelten dann auch für Gartenbesitzer strenge Regeln: Sie dürfen etwa während der Flugsaison von Juni bis September ihren Rasen nicht mehr bewässern. Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in feuchten oder bewässerten Grasflächen ab. Aus den Eiern schlüpfen dann Larven, die Graswurzeln fressen und Schäden an Wiesen und Rasenflächen anrichten. In trockene und harte Böden können sie dagegen ihre Eier nicht platzieren.
Auch Grünschnitt darf nicht einfach kompostiert oder abtransportiert werden, sondern muss vorher gehäckselt werden. Zudem ist es verboten, Bodenaushub außerhalb der Befallszonen abzuladen, um nicht Eier oder Larven zu verschleppen. Nicht jeder Gartenbesitzer hält sich jedoch an das Bewässerungsverbot und fördert dadurch unter Umständen die Ausbreitung der Pflanzenschädlinge.
Der Japankäfer ist nur circa einen Zentimeter groß, kleiner als eine Cent-Münze. Er hat einen metallisch glänzenden, grünen Kopf und braune Flügel. Sein besonderes Merkmal sind fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weiße Haarbüschel am Ende des Hinterleibs. Verwechselt wird der Japankäfer oft mit dem Gartenlaubkäfer oder dem größeren Rosenkäfer – heimischen Arten, die keine nennenswerten Schäden verursachen. In ganz Baden-Württemberg hat der amtliche Pflanzenschutzdienst ein Überwachungsnetz von 157 Fallen vor allem in den Befallsgebieten, entlang der Hauptverkehrsadern und an Risikostandorten aufgestellt, um Japankäfer zu fangen, bevor sie sich vermehren und dauerhaft etablieren können. Mit bestimmten Nematoden lassen sich die Larven bekämpfen, was jedoch durch Spezialisten erfolgen sollte.
Die hier aufgetauchten Käfer stammen wahrscheinlich aus der Population in Italien, wo die Art bereits weiter verbreitet ist und große Schäden in der Landwirtschaft anrichtet. Über eingeführte Pflanzen wurden die Insekten nach Deutschland eingeschleppt. Die Behörden bitten daher auch darum, bei Reisen aus Norditalien und der Südschweiz Autos oder Campingausrüstung auf die Käfer zu kontrollieren und keine Pflanzen oder Erde einzuführen.
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