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Verhaltensforschung: Pheromon in der Muttermilch arbeitet als Geruchslehrer

Ein Geruchsstoff in der Muttermilch von Kaninchen hilft den Neugeborenen, die Bedeutung anderer Gerüche zu lernen. Dadurch finden sich die Kleinen vermutlich schneller in ihrer Umwelt zurecht und erhöhen ihre Überlebenschancen.

Kaninchenjunge suchen instinktiv nach der Muttermilch, ihrer einzigen Nahrungsquelle. Die Forscher um Gérard Coureaud und Benoist Schaal vom europäischen Zentrum für Geschmackswissenschaften in Dijon hatten vor einigen Jahren die Substanz 2MB2 in der Milch des Europäischen Wildkaninchens (Oryctolagus cuniculus) entdeckt, die dem Nachwuchs den Weg zu den Zitzen zeigt. Sie gehört damit zu den Pheromonen – chemische Stoffe, die Lebewesen aussenden, um miteinander zu kommunizieren.

Nun ließen Coureaud und Co die Neugeborenen dieses Pheromon zusammen mit einem unbekannten Stoff riechen. Wenn die Babys danach den neuen Geruch alleine erschnüffelten, führten sie die charakteristischen Suchbewegungen nach den Zitzen aus. Sie hatten sich also gemerkt, dass dieser Geruch ebenfalls zur Muttermilch leitet. Das Pheromon scheint ein exzellenter Lehrer zu sein, denn schon ein 15 Sekunden langer Stimulus mit beiden Gerüchen reichte aus, um Kaninchen auf den neuen Stoff abzurichten.

Die Forscher schließen aus ihren Versuchen, dass die jungen Nager dank 2MB2 ihre Suche nach der Muttermilch in den ersten Lebenstagen perfektionieren, da es sie lehrt, der Milch weitere Gerüche zuzuordnen.
10.10.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 10.10.2006

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