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News: Phobos in 3D

Die amerikanische Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) fotografierte am 23. März 2008 den Marsmond Phobos in bisher unerreichter Qualität.
Der Marsmond Phobos
Mit dem High Resolution Imaging Science Experiment (HiRISE) an Bord von MRO wurden im Abstand von nur zehn Minuten zwei Bilder aufgenommen. Da die Aufnahmen den Marstrabanten aus verschiedenen Winkeln zeigen, lassen sie sich zu einem Stereobild zusammenfügen. Andere Raumsonden wie Mars Global Surveyor bildeten den Mond zwar zuvor bereits in höherer Auflösung ab, erreichten aber nicht die gleiche Abbildungsqualität.

„Phobos interessiert uns sehr“, sagte Alfred McEwen, Forschungsleiter von HiRISE an der Universität von Arizona. Die Wissenschaftler vermuten auf dem rund 22 Kilometer großen Trabanten sowohl Wassereis als auch kohlenstoffhaltiges Material. Die neuen Aufnahmen werden dabei helfen, die Entstehung und die Entwicklung von Phobos genauer zu verstehen. Das erste Bild wurde aus einer Distanz von rund 6800 Kilometern aufgenommen, das zweite aus 5800 Kilometer und zeigt noch Strukturen bis zu einem Durchmesser von rund fünfzehn Metern.

Auf der Oberfläche von Phobos sind neben Rillen auch Einschlagkrater zu erkennen. Der größte unter ihnen, der fast zehn Kilometer große Stickney, zeigt an seinen Randgebieten sogar Anzeichen für Erdrutsche. Die Kollision, die Stickney hervorbrachte, hätte Phobos beinahe zertrümmert. Sichtbar werden auf den Aufnahmen der Raumsonde auch Krater, die auf der Schattenseite von Phobos liegen. Möglich ist dies dank des so genannten Marsscheins. Ähnlich wie der Erdschein die unbeleuchtete Mondfläche erhellt, gelangt auch von Mars reflektiertes Sonnenlicht zu dem Trabanten.

Mars besitzt mit Phobos und Deimos zwei Monde, die im Jahre 1877 von dem amerikanischen Astronomen Asaph Hall entdeckt wurden. Phobos ist der größere von ihnen und umkreist seinen Mutterplaneten in derart geringer Entfernung, dass er in den nächsten hundert Millionen Jahren entweder auf dessen Oberfläche stürzen oder von den Gezeitenkräften des Roten Planeten auseinander gerissen wird. Beide Monde weisen eine gebundene Rotation auf, wenden Mars also immer die gleiche Seite zu und sind wahrscheinlich eingefangene Objekte aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Von der Oberfläche des Mars aus gesehen, geht Phobos aufgrund seiner schnellen Umlaufgeschwindigkeit im Westen auf und versinkt im Osten wieder.

MS

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