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Paläontologie: Pilze bedeckten Erde nach bisher größtem Massensterben

Eine globale Katastrophe vernichtete vor 250 Millionen Jahren nicht nur viele Tiere, sondern auch die meisten großen Landpflanzen. Zu diesem Schluss kommen Geologen um Mark Sephton vom Imperial College London durch fossile Spuren eines Pilzes, der totes Holz zersetzt und sich damals rasch auf der gesamten Erde ausbreitete. Damit widersprechen die Forscher der bisherigen Annahme, pflanzliches Leben sei kaum vom Massensterben dieser Epoche betroffen gewesen.

Die Überreste der nur einige Zellen großen Pilze finden sich in extrem großer Zahl in Bodenschichten aus der Zeit der Perm-Trias-Grenze. An dieser Stelle der Erdgeschichte verschwinden abrupt mehr als 80 Prozent aller damals lebenden Arten. Da in Pilzen die chemischen Elemente Stickstoff und Sauerstoff in einem anderen Verhältnis auftreten als bei sonstigen Organismen, konnten Sephton und seine Kollegen nun erstmals nachweisen, dass es sich bei den Funden nicht wie zuvor vermutet um Algen handelt.

Wissenschaftler fanden bereits zuvor heraus, dass dem Artensterben eine Serie extrem starker Vulkanausbrüche voraus ging. Sephton vermutet, dass dabei große Mengen giftiger Gase in die Atmosphäre gelangten und der folgende saure Regen für den Tod der Pflanzen verantwortlich war. Anders als beim zweitgrößten Massensterben vor 65 Millionen Jahren ließ sich bis heute kein Meteoriteneinschlag mit dem Ereignis in Verbindung bringen.

Auch in den Jahren nach dieser jüngeren Großkatastrophe, die für das Verschwinden der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird, waren Pilze die vorherrschende Lebensform auf dem Land. In den vier Millimetern Erdreich oberhalb der zugehörigen Kreide-Tertiär-Grenze finden sich fast ausschließlich ihre Sporen und Überreste an Stelle derer von Pflanzen.

Ralf Strobel
© spektrumdirekt

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