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Verhaltensforschung: Piranhas verbellen Artgenossen

Piranhas geben unterschiedliche Laute von sich, um ihre Artgenossen zu vertreiben. Laden...
Dass Piranhas Geräusche verursachen, wenn man sie aus dem Wasser hebt, ist keine neue Erkenntnis. Wie diese Geräusche aber entstehen und wann die Tiere sie von sich geben, haben nun Forscher von der Université de Liège in Belgien herausgefunden. Identifizieren konnten sie bei rotbäuchigen Piranhas (Pygocentrus nattereri), die in einem Wassertank per Videokamera und Unterwassermikrofon überwacht wurden, insgesamt drei Laute: Die Piranhas bellten, trommelten und quakten.

Zunächst beobachteten die Forscher ein Bellen, wenn die Piranhas in Konfrontationen mit Menschen oder anderen Artgenossen gerieten. Wenn die Piranhas um Essen kämpften und einen Konkurrenten umkreisten, gaben sie einen kurzen, rhythmischen Trommel-Laut von sich. Schließlich wollen die Forscher sogar eine Art seltsames Gequake gehört haben, wenn die Tiere nacheinander schnappten (siehe Audiodateien am Ende des Textes).

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Zwei Piranhas auf Konfrontationskurs | Piranhas geben unterschiedliche Laute von sich, um ihre Artgenossen zu vertreiben.
Als Organ, das für diese Geräuschpalette verantwortlich ist, identifizierten die Forscher die Schwimmblase der Piranhas. Diese dient bei Knochenfischen hautsächlich dazu, das spezifische Eigengewicht dem des umgebenden Wassers anzupassen, damit die Fische im Wasser ohne viel Kraftaufwand schweben können. Neben ihrer Funktion als hydrostatisches Organ kann sie dem Fisch auch als Atmungsorgan dienen. Die Forscher konnten bei den Piranhas nun feststellen, dass die Kontraktion bestimmter Muskeln zur Vibration der Schwimmblase führt. Diese Vibration wiederum bedingt die Frequenz der bellenden und trommelartigen Laute. Zudem fanden sie heraus, dass nur der vordere Teil der Schwimmblase für die Laute zuständig ist, nicht aber die Rückseite.

Als Nächstes will das Forscherteam herausfinden, ob auch verliebte Piranhas spezifische Geräusche von sich geben. Dafür, so die Forscher, müssten sie allerdings nach Brasilien reisen, denn im Wassertank vermehren sich die Tiere nur selten. (dz)

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  • Quellen
J. Exp. Biol. 10.1242/jeb.061218, 2011

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