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Paläontologie: Plagten Blutsauger bereits Dinosaurier?

Fossilien belegen: Auch Dinosaurier hatten wohl schon mit Bettwanzen zu kämpfen - oder zumindest Insekten, die eine Blutmahlzeit nicht ausschlugen.
Blutsaugende Wanze in SteinLaden...

Der Tod ereilt auch Insekten mitunter so schnell, dass man auch noch nach 130 Millionen Jahren feststellen kann, was sie am liebsten fraßen. Im Falle dreier Wanzen aus der frühen Kreidezeit ist das Ergebnis durchaus spektakulär, denn die Fossilien belegen, dass schon damals die ersten blutsaugenden Echten Wanzen unterwegs waren und womöglich die Dinosaurier mit ihrem Hunger geplagt hatten. Entdeckt hatten sie Dong Ren von der Capital Normal University in Peking und seine Kollegen im Nordosten Chinas; geochemische Analysen und morphologische Daten späterer Wanzenarten belegten, dass die Tiere tatsächlich Blutreste in ihrem Magen hatten – eines der Insekten starb sogar kurz nach seiner letzten Mahlzeit. Alle drei hatten sehr hohe Eisenkonzentrationen im Leib, was auf Blut als Hauptfutter schließen lässt.

Offensichtlich lebten blutsaugende Wanzen als schon 30 Millionen Jahre früher als bislang bekannt: Der bis dato älteste Fund datierte auf die Zeit vor 100 Millionen Jahren. Unklar ist allerdings, ob die Wanzen sich tatsächlich auch ins Dinosauriernest legten, wie es heutige Bettwanzen in der Schlafstatt der Menschen praktizieren. Womöglich saugten sie auch an den ersten Vögeln, vogelähnlichen Sauriern – den Theropoden – oder frühen Säugetieren. Die drei Wanzen gehören einer völlig neuen Familie und zwei neuen Gattungen an.

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