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News: Planet heizt seinem Stern ein

Während normalerweise Sterne ihren Planeten Licht und Wärme spenden, scheinen diese Verhältnisse im System um HD 179949 teilweise umgekehrt. Astronomen stellten nun fest, dass ein Planet, der fast an die Größe des Gasriesen Jupiter heranreicht und in einer engen Umlaufbahn in nur drei Tagen um seine Sonne kreist, dort auf der Oberfläche einen heißen Fleck hinter sich herzieht.

Verantwortlich für den Effekt ist offenbar das Magnetfeld des Planeten. Schon vor einigen Jahren rechneten Astrophysiker aus, dass sternennahe Planeten durch ihr Magnetfeld oder Gezeitenkräfte merkliche Effekte auf die Sternenatmosphäre bewirken können. Seit 2001 suchen Forscher um Evgenia Schkolnik von der University of British Columbia in Vancouver nach solchen Hinweisen.

So fahndeten die Forscher mit dem 3,6-Meter-Canada-France-Hawaii-Teleskop auf dem Mauna Kea nach der Emission angeregter Calcium-Ionen – ein Fingerabdruck für eine solche heiße Stelle. Dreimal wurden sie bei HD 179949 fündig. Auf der Oberfläche des rund 90 Lichtjahre entfernten Sterns scheint ein heißer Fleck tatsächlich einem Gasriesen zu folgen. Die Temperatur ist hier 400 Grad Celsius heißer als das umgebende Gas. Die Emission passe zu Vorhersagen magnetisch induzierter Wärmefreisetzung in der Sonnenatmosphäre, so die Forscher.

Wenngleich kein Heizeffekt, gibt es doch auch in unserem Sonnensystem ein ähnliches Beispiel, wie Gibor Gasri von der University of California in Berkeley zu berichten weiß: So regt Io, der innerste Mond des Jupiters, die Magnetosphäre des Gasriesen zur Emission von Radiowellen an und löst dort mitunter sogar Polarlichter aus.

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  • Quellen
American Astronomical Society, 203rd Meeting, Atlanta (4.-8.1.2004)

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