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News: Planet um Pollux

"Es wurde schon lange spekuliert, dass Pollux von einem Planeten umkreist wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sternen, die bekannterweise von einem Planeten umkreist werden, ist Pollux kein Hauptreihenstern sondern ein Roter Riese, also in einem späteren Entwicklungsstadium und damit älter als ein normaler Hauptreihenstern gleicher Masse.
Wintersternbilder
Planeten um Rote Riesen zu entdecken ist schwieriger als um Hauptreihensterne, da Rote Riesen aktiver sind und oftmals pulsieren, was sich als zusätzliches Rauschen im vom Planeten verursachten Radialgeschwindigkeits-Signal bemerkbar macht. Um auszuschließen, dass das beobachtete periodische Signal nicht von Pulsationen, sondern tatsächlich von einem Planeten verursacht wird, haben wir zusätzlich eine Analyse der Form der Spektrallinien vorgenommen.

Das hat unsere Interpretation der Daten bestätigt; es haben sich keinerlei Anzeichen für eine periodische Änderung der Form der Spektrallinien ergeben, wie man es für Pulsationen erwarten würde. Auch die älteren Datensätze haben bei der Interpretation geholfen: dass das periodische Signal in den Radialgeschwindigkeiten schon so lange unverändert fortbesteht macht es wahrscheinlicher, dass es sich um einen Planeten handelt; Pulsationen sind oftmals kurzlebiger.

Pollux ist mit Abstand der hellste Stern, um den ein extrasolarer Planet bekannt ist. Seine Periode ist zirka 1,6 Jahre, und seine Masse ist mindestens das 2,9-fache der Jupitermasse. Der Planet umkreist Pollux auf einer fast kreisförmigen Bahn.

Auch der allererste um einen Riesenstern kreisende Planet wurde von unserer Gruppe gefunden: Iota Draconis b läuft auf einer sehr exzentrischen Bahn um den Roten Riesen Iota Draconis herum. Neuerdings finden sich in den Radialgeschwindigkeitsdaten Hinweise auf einen weiteres Objekt im System, aber es ist zu früh, um über seine Natur zu spekulieren. Sicher ist nur, dass die Periode sehr viel länger ist als die Periode von Iota Draconis b, die mit 1,4 Jahren zu Buche schlägt."

Sabine Reffert von der Landessternwarte Heidelberg (LSW) kann mit ihrem Team – zu dem auch Geoff Marcy von der UC Berkeley gehört – die eine Hälfte der Lorbeeren für den Pollux-Planeten einstreichen, die andere gebührt den Planetenjägern um Artie Hatzes an der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg (TLS).

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