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Himmelskörper-Definition: Planetenanzahl im Sonnensystem soll steigen

Die Hauptversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) stimmt über einen Vorschlag ab, der den Begriff "Planet" neu definiert. Demnach soll unser Planetensystem-Club jetzt offiziell zwölf Mitglieder und einige neue Beitrittskandidaten haben.

Zwölf Planeten umkreisen die Sonne – mindestens! | Laut IAU-Vorschlag behält Pluto seinen Planetenstatus. Der Begriff wird jedoch erweitert, dadurch werden auch Ceres (zwischen Mars und Jupiter), Plutos Mond Charon sowie 2003 UB313 (kurz UB-313) aufgewertet. Ein Dutzend weitere Kandidaten müssen sich noch eingehenden Messungen unterziehen.
Entscheidendes Kriterium wird dabei die Masse des Himmelskörpers sein. Der Grenzwert entspricht einem Mindestdurchmesser von durchschnittlich 500 Kilometern.

Somit erlangt der Asteroid Ceres nun Planetenstatus. Er hat fast das doppelte des geforderten Maßes. Auch Pluto-Mond Charon wird aufgewertet: Da er auf ein Achtel der Masse des Pluto kommt, zählen die beiden nun als Doppelplanetensystem.

Als erster Vertreter der Kuiper-Gürtel-Objekte wird 2003 UB313 in den erlauchten Kreis aufgenommen. Zahlreiche weitere Trans-Neptunkörper stehen auf der Kandidatenliste. Es waren insbesondere die Entdeckungen dieser Objekte – wie etwa Quaoar, Sedna und Varuna –, welche die Forscher unter Zugzwang brachten, die Definition des Planetenbegriffs zu überdenken.

Auch zwei weitere Asteroiden sind Anwärter: Pallas und Vesta. Sie liegen beide bei rund 600 beziehungsweise 540 Kilometern Durchmesser. Als Wackelkandidat ist zudem Hygiea mit ihren 450 Kilometern Durchmesser auf der Liste. Juno und alle anderen bekannten "Kleinplaneten" sind dagegen mit unter 300 Kilometern eindeutig zu klein.

Dieser Definitionsvorschlag erhält zum einen den Status von Pluto und lässt Raum für die Anwendung auf zukünftige Funde jenseits der Neptun-Bahn. Die Annahme durch die IAU-Mitglieder darf somit als ziemlich sicher gelten.

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