Planetenforschung: Landegebiet für Marsrover Curiosity verkleinert

Dem 6. August 2012 sehen die Marsforscher weltweit mit Spannung entgegen: An diesem Tag soll gegen 7:31 Uhr MESZ die neueste US-Raumsonde, der Marsrover Curiosity, im Krater Gale auf der Südhalbkugel des Roten Planeten niedergehen. Bisher war die Landung in einem ellipsenförmigen Gebiet mit den Dimensionen 20 mal 25 Kilometer am Fuß des mächtigen Zentralbergs des Einschlagkraters Gale geplant. Nun hat die NASA das Zielgebiet auf 7 mal 20 Kilometer verkleinert, so dass der Rover näher am wissenschaftlich interessanten Zentralberg niedergeht, wodurch sich die Anfahrtstrecke halbiert. So kann der Rover etwa vier Monate eher im Zielgebiet sein. Allerdings will die NASA die eingesparte Zeit für ausgiebige Instrumententests nutzen.
Der Zentralberg mit dem Namen Aeolis Mons – von der NASA Mount Sharp genannt – füllt den 154 Kilometer großen Krater Gale zu einem großen Teil aus und erhebt sich mit bis zu 5000 Metern höher als der Mont Blanc in den Alpen. Er ist von besonderem geologischen Interesse, da Aufnahmen von Raumsonden zeigen, dass er aus geschichteten Gesteinen besteht. Zudem enthält er Anteile von Tonmineralen und Sulfaten, die sich nur in flüssigem Wasser bilden konnten. Curiosity soll diese Ablagerungen mit zehn unterschiedlichen wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen und dabei mehr über die klimatische Entwicklung des Mars herausfinden. Die Planetenforscher vermuten, dass in den Ablagerungen im Krater Gale ein signifikanter Anteil der Klimageschichte des Roten Planeten gespeichert sein könnte.
Die Änderungen am Landegebiet ergaben sich nach einer Feinkorrektur der Anflugbahn von Curiosity zum Roten Planeten Anfang Juni. Dabei wurde auch die Steuersoftware an Bord der Landesonde verbessert, so dass die Landung nun mit noch höherer Präzision erfolgen kann. Das Landeverfahren selbst ist äußerst komplex und gilt unter den Marsforschern als sehr riskant. Die Mission Curiosity dürfte mindestens bis zum Jahr 2020 der letzte Landeversuch der NASA bleiben, denn die ursprünglich für 2016 und 2018 gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA geplanten Missionen wurden Anfang des Jahres 2012 von US-Präsident Barack Obama wegen Geldmangels gestrichen.
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