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Planetenlauf im August 2026: Alle Rollen besetzt auf der Himmelsbühne

In diesem Monat lassen sich alle Planeten blicken: Merkur gibt eine kurze Morgenvorstellung, auch Mars und sogar Jupiter sind wieder mit dabei – der Riesenplanet taucht bereits kurz nach seiner Konjunktion erneut in der Dämmerung auf. Nur Venus macht sich am Abend zunehmend rar.
Eine nächtliche Landschaft mit einem klaren Sternenhimmel. Am Horizont sind Silhouetten von Bäumen und eine schwache Lichtverschmutzung von einer Stadt zu sehen. Der Himmel zeigt zahlreiche Sterne, die in der Dunkelheit leuchten. Links ist ein schwacher Sonnenaufgang zu erkennen, der den Himmel in warmen Farben färbt.
Ein Blick an den Morgenhimmel lohnt sich im August besonders: Fast alle Planeten versammeln sich dort – mit Ausnahme der Venus. In dieser Aufnahme vom 7. August 2025 ist sie im linken unteren Bereich mit dem helleren Jupiter zu sehen; Saturn leuchtet weit oberhalb der rötlichen Stadtbeleuchtung. Uranus und Neptun hingegen sind in dieser Aufnahme nicht zu erkennen.

Merkur zeigt sich in der ersten Monatshälfte am Morgenhimmel – zum ersten Mal in diesem Jahr! Er macht es seinen Beobachtern aber nicht leicht: Zum Zeitpunkt der größten westlichen Elongation, am 2. August, erreicht er nur eine Höhe von sieben Grad, wenn die Sonne um 05:12 Uhr MESZ auf sechs Grad unter den Horizont gesunken ist und die bürgerliche Dämmerung beginnt. Das und seine recht moderate scheinbare Helligkeit von 0,2 mag machen es schwierig, den flinken Planeten aufzuspüren. Im Lauf der folgenden Tage wandert Merkur vom Sternbild Zwillinge in den Krebs. Seine Helligkeit nimmt zwar zu, doch die Höhe über dem Horizont nimmt gleichzeitig wieder ab. So ist es auch nicht einfach, seine enge Begegnung mit Jupiter am 15. August zu verfolgen: Die beiden Planeten trennen an diesem Morgen lediglich 44 Bogensekunden, was etwa anderthalb Vollmonddurchmessern entspricht. Jupiter ist –1,8 mag hell und Merkur bereits –1,2 mag, doch beide Planeten stehen zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung um 05:33 Uhr dann nur noch rund fünf Grad über dem Ostnordosthorizont. Am 11. August begegnet überdies die schmale, abnehmende Mondsichel dem Merkur. Sie zieht nordwestlich des Planeten vorbei, hält mit rund fünf Grad aber einen deutlichen Abstand.

Venus ist seit Februar am Abendhimmel zu sehen und erreicht am 15. August – endlich – ihre größte östliche Elongation. Stolze 45,9 Grad trennen sie an diesem Tag von der Sonne. Und doch ist ihre beste Zeit längst vorbei, denn die abendliche Ekliptik steht viel zu flach zum Westhorizont. Um 21:15 Uhr, wenn die Sonne sechs Grad unter den Horizont gesunken ist und die bürgerliche Dämmerung endet, positioniert sich Venus nicht einmal mehr sechs Grad über diesem. Das ist sogar noch weniger als bei Merkur mit seiner ebenfalls ungünstigen Morgensichtbarkeit! Da hilft auch ihre enorme scheinbare Helligkeit von –4,4 mag nicht allzu viel: Venus verschwindet rasch in der Abenddämmerung im Sternbild Jungfrau. Am Abend des 15. und des 16. August passiert zudem die zunehmende Mondsichel die Venus – allerdings in südlicher Richtung und damit noch tiefer am Horizont.

Mars tritt Mitte August vom Sternbild Stier in die Zwillinge über und gewinnt am Morgenhimmel Boden. Am Monatsersten geht er um 02:03 Uhr auf, am 31. August etwa eine halbe Stunde früher. Gegen Ende des Monats klettert er dank der steil stehenden Ekliptik zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung auf eine Höhe von mehr als 35 Grad über dem Osthorizont. Seine scheinbare Helligkeit liegt im gesamten Monat nahezu konstant bei 1,3 mag. Das macht ihn ab der zweiten Augusthälfte zum zweithellsten Objekt in den Zwillingen, knapp vor deren Hauptstern Kastor (1,5 mag), aber hinter Pollux (1,1 mag), der Lucida des Sternbilds. Für Fernrohrbeobachter hat Mars mit unter fünf Bogensekunden Winkeldurchmesser nur wenig zu bieten. Der Mond passiert den Roten Planeten am 9. August in nördlicher Richtung, dann noch im Sternbild Stier (siehe »Knapper zweiter Platz«).

Knapper zweiter Platz |

Mars zieht im Verlauf des Monats gut sichtbar vom Sternbild Stier in die Zwillinge. Dort muss er sich im Hinblick auf Helligkeit lediglich der Lucida (lateinisch für »die Helle«) des Sternbilds geschlagen geben, dem hellen Stern Pollux. Die vorbeiziehende Mondsichel am Morgen des 9. August kündigt den bevorstehenden Sternbildwechsel an. Mit etwas Glück und klarem Himmel lässt sich nur knapp über dem Horizont auch ein Blick auf den kleinsten Planeten unseres Sonnensystems werfen. Er bekommt am Morgen des 15. August Besuch vom größten unserer Planeten.

Jupiter stand am 29. Juli in Konjunktion, doch er verschwendet keine Zeit und taucht ab der zweiten Augusthälfte wieder auf der Himmelsbühne auf: Ein erstes Lebenszeichen ist seine enge Begegnung mit Merkur am 15. August. Anschließend entfernt er sich rasch von der Sonne und positioniert sich am Monatsende vor Beginn der Dämmerung mit –1,8 mag unübersehbar im Sternbild Krebs über dem Osthorizont. Am 31. August geht Jupiter um 04:16 Uhr auf, rund zwei Stunden vor der Sonne. Zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung, um 06:00 Uhr, steigt er bereits auf eine Höhe von 15 Grad.

Saturn wandert im August rückläufig, also westwärts, mit dem Sternbild Fische. Bis Ende des Monats entwickelt er sich vom Objekt der zweiten Nachthälfte zum Planeten der (beinahe) gesamten Nacht. Am 1. August geht der Ringplanet um 23:17 Uhr auf, am 31. August genau zwei Stunden früher. Zum Monatsende kulminiert er um 03:38 Uhr in einer Höhe von 43 Grad und positioniert sich zu Beginn der Morgendämmerung bereits auf dem absteigenden Ast seines Himmelsbogens im Südwesten. Seine scheinbare Helligkeit beträgt 0,5 mag. Im Teleskop zeigt die Saturnscheibe einen Durchmesser von etwa 19 Bogensekunden; sein Ringsystem ist zu 8,5 Grad geöffnet. Der Mond begegnet Saturn am 4. und am 31. August und passiert den Gasriesen in beiden Fällen nördlich.

Uranus befindet sich im Sternbild Stier zwischen den beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und Hyaden; seine Entfernung zu beiden beträgt etwas mehr als sechs Grad. Der bloß 5,8 mag helle Planet geht am 1. August um 01:02 Uhr auf, am Monatsletzten schon um 23:02 Uhr. Damit bleiben gegen Ende des Monats bereits mehr als vier Stunden, um den Planeten bei ausreichender Höhe unter dunklem Himmel beobachten zu können. Im Teleskop erscheint Uranus bei hoher Vergrößerung als blassgrüne Scheibe mit einem Durchmesser von 3,6 Bogensekunden.

Neptun nähert sich seiner Opposition, die er Ende September im Sternbild Fische erreichen wird. Mit optischer Hilfe findet man den lediglich 7,8 mag hellen Planeten etwa zehn Grad westlich von Saturn oder knapp neun Grad nördlich des 3,6 mag hellen Sterns Jota Ceti (ɩ Cet) im benachbarten Sternbild Walfisch. Auch Neptun bewegt sich rückläufig, ändert seine Position jedoch von Nacht zu Nacht nur geringfügig. Im Fernrohr erkennt man bei hoher Vergrößerung eine bläuliche Scheibe von etwa 2,4 Bogensekunden Durchmesser.

Kurz erklärt

Bogenminute: Die Bogenminute ist eine Einheit, um die Größe von Winkeln im Gradmaß anzugeben. Ein Winkelgrad hat 60 Bogenminuten und die Bogenminute 60 Bogensekunden. Entsprechend ergeben 3600 Bogensekunden genau ein Grad.

Ekliptik: Die scheinbare jährliche Bahn der Sonne am Himmel. Sie ist der Schnitt der Erdbahnebene, der sogenannten Ekliptikebene, mit der Himmelssphäre. Die Ekliptikebene ist gegen die Äquatorebene, den Schnitt des Erdäquators mit der Himmelssphäre, um 23,5 Grad geneigt.

Elongation: Winkelabstand zwischen der Sonne und einem Planeten oder dem Mond. Befindet sich ein Planet in östlicher Elongation, geht er abends nach der Sonne unter, bei westlicher Elongation geht er morgens vor der Sonne auf. Eine Elongation von 0 Grad heißt Konjunktion und von 180 Grad Opposition.

mag – Helligkeit: Historisch bedingt unterschied man die Helligkeiten zunächst in sechs Größenklassen. Der erste Detektor war das menschliche Auge, das sicherlich nicht voll ausgereift ist für astronomische Beobachtungen. Die hellsten Sterne definierte man mit der 1. Größe (1 mag), die lichtschwächsten, gerade noch mit dem Auge sichtbaren als Sterne 6. Größe (6 mag).

Konjunktion: Gleichschein, Stellung eines Planeten, bei der die Sonne in der Verbindungslinie Erde-Planet steht. Bei den Planeten Merkur und Venus kommt es zu einer oberen Konjunktion, wenn die Sonne zwischen der Erde und dem Planeten steht, und zu einer unteren Konjunktion, wenn der Planet zwischen Erde und Sonne steht.

Kulmination: Durchgang eines Gestirns durch den Meridian. Man unterscheidet zwischen der oberen Kulmination (größte Höhe über dem Horizont) und der unteren Kulmination (größte Höhe unter dem Horizont). Nur bei den Zirkumpolarsternen befinden sich oberer und unterer Kulminationspunkt über dem Horizont.

Meridian: Mittagskreis, im horizontalen Koordinatensystem der Großkreis an der Himmelssphäre, der sowohl durch Zenit und Nadir als auch durch die beiden Himmelspole verläuft und den Horizont im Süd- und im Nordpunkt schneidet.

Opposition: Gegenschein, Winkelstellung zweier Planeten zueinander oder auch zu Sonne und Mond, bei der sich die ekliptikale Länge der beiden Gestirne um 180 Grad unterscheidet. Am häufigsten für den Fall gebraucht, dass Sonne-Erde und einer der äußeren Planeten auf einer Linie liegen.

Seeing: das durch die Luftunruhe der Atmosphäre hervorgerufene Flackern der Sterne.

Besondere Stellungen von Planeten |

Diese Illustration zeigt die wichtigsten Stellungen der Planeten relativ zur Erde und zur Sonne – darunter Konjunktion, Opposition sowie östliche und westliche Elongation.

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