Planetenlauf im Februar 2026: Abendliches Planetenspektakel mit Merkur

Merkur, Venus, Jupiter und Saturn treffen sich zur abendlichen Planetenparade. Zeitgleich erreicht Merkur seine beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Auch Uranus und Neptun sind zu sehen – einzig Mars glänzt durch Abwesenheit.
Merkur erscheint Anfang Februar nach Sonnenuntergang. Bis zur Monatsmitte erreicht er seine beste Abendsichtbarkeit im gesamten Jahr. Ende der ersten Februarwoche steht Merkur um 17:58 Uhr MEZ noch vier Grad über dem Westsüdwesthorizont. Zu diesem Zeitpunkt ist die Sonne bereits sechs Grad unter den Horizont gesunken, und die bürgerliche Dämmerung endet. Bis zu seiner größten östlichen Elongation am 19. Februar klettert er bei gleichem Sonnenstand – dann um 18:18 Uhr – auf 10,5 Grad. Erst zum Monatsende entschwindet er in der Abenddämmerung. Merkurs scheinbare Helligkeit sinkt im Monatslauf von –1,2 mag auf +1,6 mag. Ursache dafür ist seine Annäherung an die untere Konjunktion. Dabei schiebt sich der Planet zwischen Sonne und Erde und wendet dieser seine unbeleuchtete Seite zu. Am leichtesten findet man ihn daher vor der maximalen Elongation. Venus, die zeitgleich mit Merkur an den Abendhimmel zurückkehrt, steht leider etwas zu tief, um bei der Suche nach dem innersten Planeten nützlich zu sein. Dafür kann die schmale Mondsichel als Orientierungshilfe dienen: Sie steht am 18. Februar genau zwischen Venus und Merkur (siehe »Planetenkette mit dunklem Mond«).
Venus tritt nach ihrer oberen Konjunktion am 6. Januar wieder hinter der Sonne hervor und kehrt an den Abendhimmel zurück. In der ersten Februarhälfte steht sie jedoch noch tiefer als Merkur. Zur Monatsmitte finden wir sie bei Ende der bürgerlichen Dämmerung, also kurz vor 18:15 Uhr, erst zwei Grad, am 28. Februar immerhin schon fünf Grad über dem Westhorizont – dann gegen 18:33 Uhr. Ihre scheinbare Helligkeit erreicht –3,9 mag. Am Abend des 18. zeigt sich die schmale Mondsichel vier Grad nordwestlich der Venus und damit direkt über ihr.
Mars bleibt nach seiner Konjunktion am 9. Januar unsichtbar.
Jupiter stand im Vormonat in Opposition und ist auch im Februar optimal zu beobachten: Hoch im Osten schmückt er nach Sonnenuntergang das Sternbild Zwillinge und strahlt dort mit einer scheinbaren Helligkeit von –2,6 mag. Bereits am Monatsersten um 22:46 Uhr erreicht Jupiter mit knapp 63 Grad seinen höchsten Punkt über dem Horizont. Bis zum Ende des Monats verschieben sich seine Kulminationszeiten auf 20:51 Uhr. Am 28. Februar geht der Riesenplanet um 05:00 Uhr unter. Auf der zur Monatsmitte rund 44 Bogensekunden großen Jupiterscheibe zeichnen sich Wolkenbänder, Flecken und auch immer wieder Schatten der vier großen Jupitermonde ab. So sind am 12. Februar ab etwa 20:00 Uhr für rund anderthalb Stunden sowohl Europas als auch Kallistos Schatten auf der Planetenatmosphäre zu sehen. Es ist der einzige mehrfache Schattenwurf in diesem Monat. Der zunehmende Mond passiert Jupiter vom 26. auf den 27. Februar nördlich.
Saturn wird Ende März seine Konjunktion erreichen und verabschiedet sich im Februar langsam vom Abendhimmel. Am 1. Februar finden wir ihn bei Ende der bürgerlichen Dämmerung noch 30 Grad über dem Südwesthorizont – gute drei Stunden später geht er unter. Zum Monatsende erscheint er nur noch in zwölf Grad Höhe, sobald der Himmel dunkel genug ist; sein Untergang verfrüht sich auf 19:52 Uhr. Im Teleskop erscheint Saturn als 16 Bogensekunden große Scheibe. Seine Ringe sind gut sichtbar, mit knapp drei Grad aber nur leicht geneigt. Der Mond passiert Saturn am 19. Februar. Zur Monatsmitte bilden Saturn, Merkur, Venus und Jupiter eine Planetenparade am Abendhimmel.
Uranus finden wir weiterhin im Sternbild Stier – rund fünf Grad südsüdwestlich des bekannten Sternhaufens der Plejaden (Messier 45). Als Planet des äußeren Sonnensystems bewegt er sich gegenüber dem Fixsternhimmel sehr langsam. Das ist insbesondere um den 4. Februar der Fall, wenn er seine scheinbare Bewegung von rückläufig (westwärts) zu rechtläufig (ostwärts) umkehrt. Der Planet beendet damit seine Oppositionsschleife. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,7 mag ist Uranus ein Abendhimmelobjekt. Am 15. Februar erreicht er um 18:18 Uhr seinen höchsten Punkt am Himmel. Dies fällt zwar bereits in die Dämmerung, doch durch seine Höhe von gut 59 Grad bleibt er noch rund sieben Stunden am Himmel beobachtbar. Zum Monatsende geht Uranus gegen 01:14 Uhr unter. Im Teleskop zeigt er sich als 3,6 Bogensekunden große, leicht grünliche Scheibe.
Neptun nähert sich wie Saturn seiner Konjunktion, die er Ende März erreichen wird. Damit verschwindet auch er zum Monatsende vom abendlichen Himmel. Er steht so dicht bei Saturn, dass dieser als einfache Aufsuchhilfe für den nur 7,8 mag hellen Neptun dient. Saturn wandert von West nach Ost an Neptun vorbei und passiert ihn am 16. Februar mit einem minimalen Abstand von 53 Bogenminuten genau südlich. Ein Weitfeldteleskop zeigt beide Planeten gleichzeitig, wobei der ferne Neptun bei schwacher Vergrößerung nicht von einem Stern zu unterscheiden ist. Erst bei hoher Vergrößerung ist er als 2,2 Bogensekunden große, blassblaue Scheibe zu erkennen. Viel Zeit zum Beobachten bleibt allerdings nicht: Zur Monatsmitte geht Neptun bereits gegen 20:35 Uhr unter.
Kurz erklärt
Bogenminute: Die Bogenminute ist eine Einheit, um die Größe von Winkeln im Gradmaß anzugeben. Ein Winkelgrad hat 60 Bogenminuten und die Bogenminute 60 Bogensekunden. Entsprechend ergeben 3600 Bogensekunden genau ein Grad.
Ekliptik: Die scheinbare jährliche Bahn der Sonne am Himmel. Sie ist der Schnitt der Erdbahnebene, der so genannten Ekliptikebene, mit der Himmelssphäre. Die Ekliptikebene ist gegen die Äquatorebene, den Schnitt des Erdäquators mit der Himmelssphäre, um 23,5 Grad geneigt.
Elongation: Winkelabstand zwischen der Sonne und einem Planeten oder dem Mond. Befindet sich ein Planet in östlicher Elongation, geht er abends nach der Sonne unter, bei westlicher Elongation geht er morgens vor der Sonne auf. Eine Elongation von 0 Grad heißt Konjunktion und von 180 Grad Opposition.
mag – Helligkeit: Historisch bedingt unterschied man die Helligkeiten zunächst in sechs Größenklassen. Der erste Detektor war das menschliche Auge, das sicherlich nicht voll ausgereift ist für astronomische Beobachtungen. Die hellsten Sterne definierte man mit der 1. Größe (1 mag), die lichtschwächsten, gerade noch mit dem Auge sichtbaren als Sterne 6. Größe (6 mag).
Konjunktion: Gleichschein, Stellung eines Planeten, bei der die Sonne in der Verbindungslinie Erde-Planet steht. Bei den Planeten Merkur und Venus kommt es zu einer oberen Konjunktion, wenn die Sonne zwischen der Erde und dem Planeten steht und zur unteren Konjunktion¸ wenn der Planet zwischen Erde und Sonne steht.
Kulmination: Durchgang eines Gestirns durch den Meridian. Man unterscheidet zwischen der oberen Kulmination (größte Höhe über dem Horizont) und der unteren Kulmination (größte Höhe unter dem Horizont). Nur bei den Zirkumpolarsternen befinden sich oberer und unterer Kulminationspunkt über dem Horizont.
Meridian: Mittagskreis, im horizontalen Koordinatensystem der Großkreis an der Himmelssphäre, der sowohl durch Zenit und Nadir als auch durch die beiden Himmelspole verläuft und den Horizont im Süd- und im Nordpunkt schneidet.
Opposition: Gegenschein, Winkelstellung zweier Planeten zueinander oder auch zu Sonne und Mond, bei der sich die ekliptikale Länge der beiden Gestirne um 180 Grad unterscheidet. Am häufigsten für den Fall gebraucht, dass Sonne-Erde und einer der äußeren Planeten auf einer Linie liegen.
Seeing: das durch die Luftunruhe der Atmosphäre hervorgerufene Flackern der Sterne.
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