Planetenlauf im März 2026: Staffelübergabe am Abendhimmel

Venus schickt sich an, das Regiment der Planeten am Abendhimmel zu übernehmen. Noch stiehlt ihr aber der besser positionierte Jupiter die Show. Saturn und Neptun treten von der Himmelsbühne ab; Uranus spielt noch eine Nebenrolle.
Merkur steht am 7. März in unterer Konjunktion. Er bleibt den gesamten Monat unsichtbar.
Venus wird zum Abendplaneten: Dank der steil zum Westhorizont stehenden Ekliptik gewinnt sie im März rasch an Höhe. Am Monatsersten findet man sie um 18:34 Uhr MEZ fünf Grad über dem Westsüdwesthorizont; die Sonne ist zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Grad unter den Horizont gesunken und hat die bürgerliche Dämmerung damit beendet. Am 31. März erreicht die Venus bei gleichem Sonnenstand knapp zwölf Grad Höhe – dann um 19:23 Uhr MESZ. Ihre scheinbare Helligkeit bleibt im gesamten Monat konstant bei –3,9 mag. Zum Ende der ersten Märzwoche passiert Venus den sich vom Abendhimmel zurückziehenden Saturn (siehe »Gegenverkehr auf der Ekliptik«). Ihre engste Begegnung findet am Abend des 8. März statt: Nur etwa 55 Bogenminuten trennen die beiden gegen 18:45 Uhr. Saturn verliert sich dabei leicht im Dämmerlicht – Venus dient aber als einfacher Wegweiser, sofern die Horizontsicht wolkenfrei ist. Der Mond steht am 20. März rund 5,4 Grad nordöstlich der Venus.
Mars bleibt nach seiner Konjunktion Anfang Januar weiterhin im Licht der Morgendämmerung verborgen. Schuld ist die flache Ekliptik – der Rote Planet bleibt diesen Monat unsichtbar.
Jupiter ist der dominierende Planet der ersten Nachthälfte. Der rund –2,4 mag helle Riese beendet am 11. März im Sternbild Zwillinge seine Oppositionsschleife und bewegt sich fortan wieder rechtläufig (ostwärts) über die Himmelssphäre. Am Monatsersten erreicht Jupiter um 20:48 Uhr mit 63 Grad seinen höchsten Punkt am Himmel – nahe am maximal möglichen Wert. Bis zum 31. März verfrühen sich seine Kulminationszeiten auf 18:52 Uhr MESZ und damit bereits in die Abenddämmerung. Am Monatsletzten geht er um 03:00 Uhr unter. Die Jupiterscheibe schrumpft bis Ende März auf immer noch beeindruckende 39 Bogensekunden, gemessen am Äquator des leicht abgeplatteten Gasplaneten. Besonders lohnenswert in diesem Monat ist die Beobachtung seiner Monde: Am 17. März ziehen ab 20:46 Uhr Io und Kallisto gemeinsam vor der Jupiterscheibe. Und um 21:58 Uhr tritt auch noch Ios Schatten hinzu. Am 26. März lassen sich bereits vor Sonnenuntergang ab 17:58 Uhr Io und Ganymed vor dem größten Planeten des Sonnensystems beobachten – Ios Schatten folgt etwa eine halbe Stunde später. Der zunehmende Halbmond passiert Jupiter vom 25. auf den 26. März nördlich.
Saturn kann zum Monatsbeginn noch tief im Westen erwischt werden, verblasst mit seiner scheinbaren Helligkeit von etwa 1,0 mag jedoch schnell. Mit Ende der Abenddämmerung verschwindet er unter dem Horizont. Am 8. März kommt es noch zu einer engen Begegnung mit der vorbeiziehenden Venus; ab der Monatsmitte ist von Saturn allerdings nichts mehr zu sehen. Am 25. März erreicht er schließlich seine Konjunktion und steht zu nahe an der Sonne, um beobachtet werden zu können.
Uranus hält sich noch am Abendhimmel. Am 1. März geht er um 01:11 Uhr unter, am Monatsletzten aber bereits um 23:14 Uhr. Der nur 5,8 mag helle Gasplanet steht rund fünf Grad südwestlich des Sternhaufens der Plejaden, wo er die Sterne 13 Tauri (5,7 mag) und 14 Tauri (6,1 mag) in geringem Abstand südlich passiert. Am 26. März nähert er sich 14 Tauri auf nur fünf Bogenminuten. Mit etwas Übung lassen sich die drei fast gleich hellen Objekte mit einem Fernglas von den Plejaden aus finden – Uranus’ Position verändert sich jedoch von Tag zu Tag deutlich!
Neptun erreicht am 22. März seine Konjunktion, nur drei Tage vor dem ihm nahe stehenden Saturn. Mit nur 7,8 mag bleibt er im Gegensatz zum prominenteren der Ringplaneten von Beginn des Monats an praktisch unbeobachtbar.
Kurz erklärt
Bogenminute: Die Bogenminute ist eine Einheit, um die Größe von Winkeln im Gradmaß anzugeben. Ein Winkelgrad hat 60 Bogenminuten und die Bogenminute 60 Bogensekunden. Entsprechend ergeben 3600 Bogensekunden genau ein Grad.
Ekliptik: Die scheinbare jährliche Bahn der Sonne am Himmel. Sie ist der Schnitt der Erdbahnebene, der so genannten Ekliptikebene, mit der Himmelssphäre. Die Ekliptikebene ist gegen die Äquatorebene, den Schnitt des Erdäquators mit der Himmelssphäre, um 23,5 Grad geneigt.
Elongation: Winkelabstand zwischen der Sonne und einem Planeten oder dem Mond. Befindet sich ein Planet in östlicher Elongation, geht er abends nach der Sonne unter, bei westlicher Elongation geht er morgens vor der Sonne auf. Eine Elongation von 0 Grad heißt Konjunktion und von 180 Grad Opposition.
mag – Helligkeit: Historisch bedingt unterschied man die Helligkeiten zunächst in sechs Größenklassen. Der erste Detektor war das menschliche Auge, das sicherlich nicht voll ausgereift ist für astronomische Beobachtungen. Die hellsten Sterne definierte man mit der 1. Größe (1 mag), die lichtschwächsten, gerade noch mit dem Auge sichtbaren als Sterne 6. Größe (6 mag).
Konjunktion: Gleichschein, Stellung eines Planeten, bei der die Sonne in der Verbindungslinie Erde-Planet steht. Bei den Planeten Merkur und Venus kommt es zu einer oberen Konjunktion, wenn die Sonne zwischen der Erde und dem Planeten steht und zur unteren Konjunktion¸ wenn der Planet zwischen Erde und Sonne steht.
Kulmination: Durchgang eines Gestirns durch den Meridian. Man unterscheidet zwischen der oberen Kulmination (größte Höhe über dem Horizont) und der unteren Kulmination (größte Höhe unter dem Horizont). Nur bei den Zirkumpolarsternen befinden sich oberer und unterer Kulminationspunkt über dem Horizont.
Meridian: Mittagskreis, im horizontalen Koordinatensystem der Großkreis an der Himmelssphäre, der sowohl durch Zenit und Nadir als auch durch die beiden Himmelspole verläuft und den Horizont im Süd- und im Nordpunkt schneidet.
Opposition: Gegenschein, Winkelstellung zweier Planeten zueinander oder auch zu Sonne und Mond, bei der sich die ekliptikale Länge der beiden Gestirne um 180 Grad unterscheidet. Am häufigsten für den Fall gebraucht, dass Sonne-Erde und einer der äußeren Planeten auf einer Linie liegen.
Seeing: das durch die Luftunruhe der Atmosphäre hervorgerufene Flackern der Sterne.
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