Planetenmonde: Zuwachs bei den Monden von Jupiter und Saturn

Die Mondfamilien von Jupiter und Saturn haben weitere Zugänge erfahren, wie das Minor Planet Center (MPC) kürzlich verkündete: Bei Jupiter wurden vier neue Monde bekannt gegeben, beim Ringplaneten Saturn elf. Damit kommt Jupiter nun auf 101 bekannte, natürliche Satelliten, Saturn auf stolze 285. Allen diesen Neuentdeckungen ist gemein, dass sie kleine Himmelskörper mit Durchmessern von wenigen Kilometern sind. Sie umrunden ihre Mutterkörper in weiten Abständen auf elliptischen Bahnen, manche sogar entgegen der Rotationsrichtung der Zentralkörper.
Bei Jupiter wurden zwei der Monde bereits im Jahr 2011 erstmals gesichtet, es bedurfte aber weiterer Beobachtungen, um ihre Bahnen ausreichend genau für eine offizielle Registrierung zu bestimmen. Die beiden anderen Jupitersatelliten wurden in den Jahren 2018 und 2025 das erste Mal dokumentiert. Bei Saturn stammen die Erstbeobachtungen aus den Jahren 2020 und 2023; auch hier waren Nachbeobachtungen erforderlich.
Die neuen Jupiter- und Saturnmonde tragen derzeit nur Katalogbezeichnungen wie S/2011 J 4 oder S/2020 S 45. Dabei steht »S/« für Satellit (Mond) und die Jahreszahl für die Erstbeobachtung. Der darauf folgende Buchstabe gibt Auskunft über die Zugehörigkeit des Objektes: »J« steht für Jupiter, »S« für Saturn. Die letzte Zahl bezieht sich auf die Nummer des Mondes innerhalb einer umfassenden Liste möglicher Entdeckungen. Nicht alle davon werden schließlich als echte Monde bestätigt.
Betrachten wir nun einen der neuen Jupitermonde genauer: S/2011 J 4 umrundet den Gasriesen in einem mittleren Abstand von 11,1 Millionen Kilometern und benötigt dafür etwa 240 Tage. Die Exzentrizität seiner Bahn beträgt e = 0,14, sie ist damit weniger elliptisch als die Bahn des sonnennächsten Planeten Merkur mit e = 0,2. Die Bahnneigung beträgt 27,5 Grad gegenüber Jupiters Äquator, der Mond umrundet ihn somit in dessen Rotationsrichtung.
Als Beispiel für einen der neu entdeckten Saturnmonde dient uns S/2020 S 45: Er umrundet Saturn in einem Abstand von 24,2 Millionen Kilometern und benötigt für einen Umlauf um den Gasriesen ganze 3,84 Jahre (1404 Tage). Seine Bahnneigung beträgt 173,6 Grad, das heißt, der Mond bewegt sich entgegengesetzt (retrograd) zu der Rotationsrichtung des Gasplaneten. Mit einer Exzentrizität von e = 0,126 beschreibt auch seine Umlaufbahn eine deutlich elliptische Form.
Für die Registrierung von Kleinkörpern und Monden ist das Minor Planet Center in Cambridge, Massachusetts, im Auftrag der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell zuständig. Neue Entdeckungen werden im Rahmen der Minor Planet Electronic Circulars (MPEC) verkündet.
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