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Umweltgifte: Plastik-Inhaltsstoffe erhöhen Brustkrebsrisiko

Aus Kunststoffverpackungen freigesetzte Zusatzstoffe könnten möglicherweise die Gefahr erhöhen, an Brustkrebs zu erkranken. Davor warnen zwei Studien von Wissenschaftlern des Fox-Chase-Krebsforschungzentrums. In ihren Experimenten wiesen die Forscher nach, dass sich die Komponenten BPA (Bisphenol A) und BBP (Benzylbutylphthalat) auf die Genaktivität von Brustzellen junger Ratten auswirken, die mit BPA- und BBP-haltiger Muttermilch aufgezogen wurden.

Als Reaktion auf erhöhte BPA-Mengen produzierten Zellen des Brustgewebes der Tiere einige Regulations-Proteine in erheblich höheren Mengen. Diese Eiweiße beeinflussen unter anderem auch die Herstellung eines Tumor-Suppressors. Der Anstieg war besonders bei 21 bis 100 Tage alten Ratten zu erkennen. BBP änderte dagegen das Expressionsmuster der Zellen besonders vor dem Alter von drei Wochen. Welche Auswirkungen die veränderte Produktion bei den ausgewachsenen Tieren haben könnte, ist unbekannt.

BPA und BBP sind dem Geschlechtshormon Östrogen ähnliche Substanzen, die in Nahrungsmittelverpackungen, Zahnfüllungen, Kosmetikprodukten und Gebrauchsgegenständen aus Plastik, von Trinkbechern und Babyfläschchen bis hin zu CD-Hüllen und Brillengläsern, enthalten sind. Besonders aus altem, angegriffenem und erhitztem Plastik können die Substanzen freigesetzt werden, so die Forscher. Aus der Umwelt stammende Xeno-Östrogene wie BPA und BBP stehen seit längerem unter Verdacht, Krebs fördern zu können. Ob die Substanzen tatsächlich in Ratten krankhafte Veränderungen auslösen und die beobachteten Verschiebungen der Genaktivitäten auch bei Menschen eintreten, müssen aber weitere Untersuchungen noch klären.

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