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Seebeben: Plattenbewegung verhinderte Tsunami

Tsunami 2004Laden...

Um 8.39 Uhr Ortszeit heute Morgen erschütterte ein schweres Seebeben den Indischen Ozean rund 400 Kilometer vor der Westküste Sumatras. Mit einer Stärke von 8,6 (erste Angaben von 8,9 wurden nach unten korrigiert) ist es das bislang heftigste Erdbeben des Jahres. Und es traf eine Region, in der am zweiten Weihnachtstag 2004 durch von einem noch etwas stärkeren Beben ausgelöste Tsunamis mehr als 270 000 Menschen starben. Da die nun gemessenen Erdstöße potenziell ebenfalls hohe Flutwellen auslösen könnten, ergingen in den Anrainerstaaten rund um den Indischen Ozean Warnhinweise an die Öffentlichkeit.

Verglichen mit dem Weihnachtsbeben unterscheidet sich dieses Ereignis aber in einigen Punkten. Zum einen brach das Gestein deutlich westlich des Sundagrabens, an dem das Beben 2004 entstanden war: Die Erdstöße entwickelten sich also nicht direkt an der Subduktionszone, sondern außerhalb des eigentlichen Kontaktbereichs der beteiligten Erdplatten im Ozean. Bruce Presgrave vom US Geological Survey (USGS) äußerte gegenüber der BBC zudem, dass alles auf eine horizontale Plattenbewegung hindeute und nicht auf eine vertikale wie 2004. Dadurch werde eine wesentlich geringere Menge an Wasser in Bewegung versetzt, was die Gefahr für Tsunamis zumindest minimiert, aber nicht völlig ausschließt. Der USGS verortete das Epizentrum zudem in einer Tiefe von 33 Kilometern unter dem Meer, was ebenfalls das Risiko für Flutwellen senkt: Je flacher der Bebenherd in der Erdkruste auftritt, desto heftiger gerät der Meeresboden und damit auch die See darüber in Wallung.

Nach Angaben des Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) meldeten einige Tsunami-Messbojen allerdings Wasserstandsschwankungen von bis zu 30 Zentimetern auf dem Ozean. Auf die zu Indien gehörende Inselkette der Andamanen und Nikobaren bewegten sich zwischenzeitlich nach Berichten von "Reuters" Wellen mit bis zu 3,9 Meter Höhe zu. Katastrophale Wellen an bestimmten Küstenabschnitten hätten deshalb durchaus eintreffen können, so das PTWC. Mittlerweile gaben indonesischen Behörden zwar bereits Entwarnung für weite Teile Sumatras, doch kommt es noch zu schweren Nachbeben – eines davon mit Stärke 8,3 –, so dass weiterhin erhöhte Wachsamkeit gefordert bleibt.

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