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Krebsforschung: Polioviren gegen Krebszellen

Der Erreger der Kinderlähmung könnte sich als wirksame Waffe gegen Krebs erweisen: Im Tierversuch haben Forscher Polioviren erfolgreich gegen Neuroblastom-Tumoren eingesetzt, die zu den häufigsten bei Kindern diagnostizierten Krebserkrankungen zählen.

Die Forscher um Eckard Wimmer von der Stony-Brook-Universität nutzten die virale Eigenschaft, dass die infizierte Zelle bei der Vervielfältigung des Erregers vernichtet wird und die von der zerstörten Zelle freigesetzten replizierten Teilchen wiederum die benachbarten Zellen befallen. Wie sich im Tierversuch zeigte, funktioniert dies auch bei Neuroblasten. Dazu hatten die Wissenschaftler bei 12 genetisch veränderten Mäusen einen abgeschwächten Stamm von Polio-Erregern in die Krebszellen eingebracht. Dabei habe das Virus bei allen Tieren die Tumoren zerstören können, so die Forscher.

Das Experiment sei selbst bei Mäusen mit Polio-Impfung erfolgreich verlaufen. Keines dieser Tiere habe irgendwelche Symptome der Infektion gezeigt. Möglicherweise seien virale Partikel, die den Weg ins Blut geschafft hätten, durch Antikörper vernichtet worden. Allerdings waren bei zwei Mäusen gegen Ende der 180-Tage-Studie wieder Tumoren aufgetaucht. (bf)

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