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Karibik: Präkolumbische Felszeichnungen in Puerto Rico entdeckt

Die Petroglyphen
Bei Dammbauarbeiten sind Archäologen um Chris Espenshade in Puerto Rico auf eine präkolumbische Stätte der Taino-Kultur gestoßen. Nach Aussage der Forscher der New South Associates, einer privaten amerikanischen Grabungsfirma, handelt es sich um eine der bedeutendsten Plätze dieser Zeit in der Karibik. Um den vierzig mal fünfzig Meter großen Platz sind einzelne Pfeiler aufgestellt, die unter anderem eine in den Stein geritzte männliche Figur mit Froschbeinen zeigen.

Wahrscheinlich war dieser Ort einst eine Stätte für Kulthandlungen wie dem rituellen Ballspiel, dessen Bedeutung bis heute nicht geklärt ist. Dass der Platz nahe Ponce, der zweitgrößten Stadt im Süden der Insel, eine religiöse Bedeutung hatte, zeigen auch die ungewöhnlichen Bestattungen. Die auf dem Bauch liegenden Skelette mit angewinkelten Beinen gehören einem bisher unbekannten Bestattungstypus in dieser Region an.

Neben den Petroglyphen und den Gräbern fanden die Archäologen außerdem Abfallhaufen mit zahlreichen Gegenständen des täglichen Lebens aus der Zeit zwischen 600 und 1500 n. Chr. Hieraus hoffen sie nun, neue Erkenntnisse über die Lebensgewohnheiten und Kulte des Volkes zu gewinnen. Die Taino waren eine Untergruppe der Arawaken, die vom mexikanischen Yucatan nach Puerto Rico eingewandert waren. Unter den Spaniern wurden sie Opfer eines Völkermordes und waren bereits nach einem Jahrhundert gänzlich ausgerottet.

Miriam Müller

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