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Biotechnologie: Präziser DNA-Austausch bei Gentherapie in Sicht

Biotechnologen der Firma Sangamo Biosciences haben molekulare Werkzeuge entwickelt, die die Gentherapie von Erbkrankheiten einen wichtigen Schritt voranbringen könnten. In Zellkultur ist es dem Team um Fyodor Urnov gelungen, den Defekt der Krankheit SCID, dem schweren kombinierten Immundefekt, bei Immunzellen zu beheben.

Der SCID liegt eine Mutation zu Grunde, die bei der Entwicklung von Lymphozyten zum Tragen kommt. Die Immunabwehr der Betroffenen ist stark beeinträchtigt, weshalb Infektionen mit sonst harmlosen Keimen zum Tod führen können. Kinder mit diesem Erbleiden müssen abgeschottet in Sterilzelten leben.

Bei Versuchen, die Krankheit per Gentherapie zu heilen, waren in den vergangen Jahren gravierende Nebenwirkungen aufgetreten. In einem Pariser Klinikum wurde bei erkrankten Kindern eine intakte Kopie des bei SCID defekten Gens eingebracht. Der an einem zufälligen Ort im Genom eingebaute Genabschnitt aktivierte aber als Nebeneffekt ein krebsförderndes Gen, das bei einigen Kindern Leukämie verursachte.

Die Methode, die die kalifornischen Wissenschaftler nun vorstellen, soll die Gefahr, die mit einem derartigen unkontrollierten Einbau ins Genom verbunden ist, minimieren. Dabei erkennt ein Ensemble aus acht Proteinen exakt die fehlerhafte Gensequenz – eine Folge von 24 Basenpaaren – und leitet so den gezielten Austausch des beschädigten Abschnitts mit Hilfe eines assoziierten Schneideenzyms ein.

Mit dieser Methode konnte bei immerhin zwanzig Prozent der behandelten Immunzellen der Gendefekt repariert werden. In weiteren Schritten wollen die Forscher nun untersuchen, ob die Technik auch am Patienten angewendet werden kann.

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