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Private Raumfahrt: Private US-Trägerrakete Falcon-9 bringt Raumkapsel ins All

Falcon 9 beim StartLaden...
Mit einem Bilderbuchstart hob am 8. Dezember 2010 um 16:43 Uhr MEZ die Trägerrakete Falcon-9 in den blauen Himmel über dem US-Bundesstaat Florida ab. Rund neun Minuten nach dem Abheben wurde die Nutzlast, ein Prototyp der Raumkapsel Dragon, abgetrennt. Sie flog für rund 3,5 Stunden auf einer stabilen Bahn um die Erde und kehrte gegen 20 Uhr MEZ an drei Fallschirmen hängend zur Erde zurück. Sie landete wie die Raumkapseln der Apollo-Ära in den Wassern des Pazifischen Ozeans und wurde von einem Bergungsschiff aufgenommen.

Diese Raumkapsel war der erste voll flugfähige Prototyp der Raumkapsel Dragon, die von SpaceX für die Versorgung der Internationalen Raumstation ISS enwickelt und gebaut wird. Beim ersten Testflug der Trägerrakete Falcon-9 am 4. Juni 2010 war noch eine Attrappe an Bord (wir berichteten). Mit dem Flug von Dragon-1 gelang es erstmals einer privaten Raumfahrtfirma, eine rückkehrfähige Raumkapsel mit einer eigenen Trägerrakete zu starten und wieder heil zur Erde zurückzuholen.

Die Trägerrakete Falcon-9 ist nach Abbruch des Constellation-Programms im Februar 2010 durch den US-Präsidenten Barack Obama eine der Hoffnungen der US-Raumfahrtbehörde NASA, doch mit US-Trägerraketen zur ISS zu fliegen. Damit verringerte sich die Abhängigkeit von den russischen Sojus-Raumkapseln, wenn das Spaceshuttle-Programm Mitte 2011 nach dreißig Jahren Betrieb endgültig eingestellt wird.

Die Falcon-9 ist eine aus Sicherheitsgründen bewusst einfach und robust gebaute Trägerrakete und greift daher so weit wie möglich auf bewährte Technologien des US-Raumfahrtprogramms zurück. Die Rakete ist zweistufig und verbrennt in beiden Stufen eine Mischung aus flüssigem Sauerstoff und Kerosin. Diese vergleichsweise leicht zu beherrschende und bewährte Treibstoffkombination kam schon in US-Trägerraketen der späten 1950er Jahre zum Einsatz.

Die erste Stufe der Falcon-9 fällt besonders dadurch auf, dass sich an ihrem Ende neun gleichartige Raketentriebwerke des Typs Merlin befinden, die dort in einem quadratischen Raster montiert sind. Sie liefern beim Start einen Schub von insgesamt 5000 Kilonewton. Die zweite Stufe verwendet ein einzelnes Merlin-Triebwerk, dass 617 Kilonewton Schub leistet.

In eine niedrige Erdumlaufbahn wie diejenige der ISS kann eine Falcon-9 rund zehn Tonnen Nutzlast transportieren. Zusammen mit einer Dragon-Raumkapsel lassen sich so rund sechs Tonnen Fracht zur ISS befördern. Da die Raumkapsel mit einem Hitzeschild ausgestattet ist, kann sie bis zu drei Tonnen Nutzlast wieder zur Erde zurück befördern. In der geplanten bemannten Version lassen sich bis zu sieben Astronauten ins All transportieren – allerdings auf sehr engem Raum.

Die Falcon-9 wird nicht nur für die NASA fliegen, sondern soll auch als preiswerte Rakete auf dem kommerziellen Markt zum Start von Telekommunikations- und Erderkundungssatelliten angeboten werden. Derzeit nennt SpaceX einen Preis von 44 Millionen US-Dollar pro Rakete für einen Flug in eine niedrige Erdumlaufbahn.

Damit ist sie wesentlich preiswerter als eine europäische Ariane-5-Rakete, deren Startkosten mehr als das Doppelte betragen sollen (offizielle Preisangaben zu Flügen mit der Ariane 5 sind nicht öffentlich zugänglich). Sollte sich Falcon-9 als eine zuverlässige Rakete herausstellen, so erwüchse hier dem derzeitigen Marktführer Ariane 5 eine durchaus ernsthafte Konkurrenz.

Tilmann Althaus

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