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Teilchenbeschleuniger: Problemteilchen legt LHC lahm

Der LHC ist die größte Maschine der Menschheit, aber auch durchaus empfindlich. Das belegt nun ein winziges Metallstück im Teilchenbeschleuniger.
LHC-Tunnel

Eigentlich hätte die Weltmaschine LHC diese Woche wieder voll betriebsfähig sein sollen, doch ein Kurzschluss verzögerte den endgültigen Start des Teilchenbeschleunigers. Nun ist die Ursache dafür gefunden, gab das CERN in Genf bekannt. Mit Hilfe verschiedener Untersuchungsmethoden, darunter auch Röntgenstrahlung, konnte der Störungsherd bis auf zehn Zentimeter genau ausfindig gemacht werden: Ein winziger Metallkrümel hat wahrscheinlich den Weg in eine Röhre gefunden, die einen Teil des Magnetrings mit einem darunter befindlichen Diodenkasten verbindet. Dieses Teilchen stellt nun einen Kontakt zwischen der Röhre und damit dem Untergrund sowie einem der Stromkabel her, die zu den Dioden führen – was einen Kurzschluss auslöste.

Die Physiker prüfen nun mehrere Optionen, um das Problemteilchen zu entfernen: Ein kurzer Stromstoß mit festgelegter Stärke könnte das lästige Metallstück schmelzen. Zweite Alternative wäre, das Helium in diesem Sektor zu komprimieren und dann den Druck rasch zu senken, um auf diese Weise das Gas turbulent strömen zu lassen. Dadurch ließe sich das Objekt vielleicht ebenfalls lockern und entfernen. Die dritte Option würde dagegen den Neustart um sechs Wochen verzögern, denn dazu müsste der betroffene Bereich wieder aufgeheizt und die Magnetspule geöffnet werden, so dass die Techniker direkt an die Dioden kämen. Insgesamt würde die Prozedur jedoch mit dem anschließenden erneuten Abkühlen längere Zeit benötigen. Zurzeit findet eine Abwägung darüber statt, welcher Weg die geringsten Risiken birgt, so dass nur ein Zeitverlust und kein größerer Schaden eintritt.

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