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Hormonersatztherapie: Progesteron beeinträchtigt Hörvermögen

Nehmen Frauen nach der Menopause im Rahmen einer Hormonersatztherapie Progesteron ein, könnte sich ihr Hörvermögen verschlechtern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich der Effekte von Östrogen allein mit einer Kombination von Östrogen und Progesteron.

Patricia Guimaraes von der Universität Rochester und ihre Kollegen hatten bei 124 Frauen im Alter von 60 bis 86 Jahren mit verschiedenen Methoden das Hörvermögen gemessen. In allen Fällen schnitten jene Frauen schlechter ab, die eine Kombination von Progesteron und Östrogen schluckten. Die Werte für Frauen, die nur Östrogen einnahmen, und die Angehörigen der Kontrollgruppe unterschieden sich hingegen nicht signifikant: Bei beiden nahm das Hörvermögen gleichermaßen ab, wenn auch nicht im Umfang wie bei Progesteron. Damit widerlegten die Forscher einen schützenden Effekt von Östrogen auf den Hörsinn, wie er in anderen Studien vermutet worden war.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die unterschiedliche Wirkung der beiden Hormone auf GABA-Rezeptoren im Gehirn für die Beeinträchtigung verantwortlich ist. Während Östrogene durch verschiedene Prozesse die Erregbarkeit der zugehörigen Nervenzellen erhöhen, hat Progesteron den gegenteiligen Effekt. In einer anderen Untersuchung hatten Forscher bei altersbedingter Schwerhörigkeit unter anderem geringere GABA-Konzentrationen und auch eine verminderte Freisetzung des Neurotransmitters sowie eine verringerte Bindung an die Rezeptoren beobachtet.

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